73 deutsche Kommunen fordern 32 Milliarden Euro – sonst droht der Kollaps
Leni Richter73 deutsche Kommunen fordern 32 Milliarden Euro – sonst droht der Kollaps
Ein Bündnis aus 73 deutschen Kommunen fordert dringend finanzielle Unterstützung von der Bundesregierung. Die unter dem Namen "Für die Würde unserer Städte" zusammengeschlossene Gruppe verlangt jährlich 32 Milliarden Euro, um eine sich verschärfende Krise in den Haushalten der Städte und Gemeinden zu bewältigen. Die Verantwortlichen warnen: Ohne rasches Handeln werden öffentliche Dienstleistungen und die Infrastruktur weiter verfallen.
Das Bündnis vertritt Städte und Gemeinden in acht Bundesländern mit insgesamt rund zehn Millionen Einwohnern. Dazu gehören auch besonders betroffene Kommunen wie Solingen, die nach Jahren sinkender Steuereinnahmen und steigender Sozialkosten am Limit operieren. Allein 2022 verzeichneten die lokalen Verwaltungen ein kumuliertes Haushaltsdefizit von 31,9 Milliarden Euro – ein historischer Negativrekord.
Straßen bleiben unrepariert, Schulen verfallen, und grundlegende Dienstleistungen sind in Gefahr. Die Allianz argumentiert, dass jahrelange Unterfinanzierung die Kommunen in die Unfähigkeit versetzt habe, ihre Kernaufgaben zu erfüllen. Ohne eine grundlegende Reform der Kommunalfinanzierung drohten ein weiterer Niedergang, ein Vertrauensverlust in die Politik und sogar mögliche Unruhen.
Über 50 Kommunalpolitiker haben ihre Forderungen nun direkt an Bundeskanzler Friedrich Merz und die Koalitionspartner gerichtet. Sie bestehen auf Sofortmaßnahmen, um einen weiteren Kollaps zu verhindern, und betonen, dass strukturelle Entlastung – und keine kurzfristigen Lösungen – nötig sei, um die Stabilität der Gemeinden zu sichern.
Die Forderung nach 32 Milliarden Euro jährlicher Hilfen unterstreicht das Ausmaß der Krise, der sich deutsche Städte und Gemeinden gegenübersehen. Sollte keine Lösung gefunden werden, prognostiziert das Bündnis eine weitere Verschlechterung – von maroder Infrastruktur bis hin zu sozialer Instabilität. Die Bundesregierung hat auf das offizielle Ersuchen bisher noch nicht reagiert.






