23 May 2026, 18:13

Antifeministische Angriffe auf Gleichstellungsarbeit nehmen dramatisch zu

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Antifeministische Angriffe auf Gleichstellungsarbeit nehmen dramatisch zu

Antifeminismus breitet sich in Deutschland als organisierte politische Bewegung aus – zunehmend richten sich die Angriffe gegen Initiativen zur Gleichstellung der Geschlechter. Attacken auf Gleichstellungsbeauftragte und öffentliche Kampagnen haben stark zugenommen, mit Berichten über Vandalismus, Drohungen und Kürzungen bei der Finanzierung. Auf einem jüngst in Lübeck abgehaltenen Kongress stellte die Bundesarbeitsgemeinschaft Gleichstellungspolitik (BAG) einen neuen Leitfaden vor, der bei der Bekämpfung dieses wachsenden Widerstands helfen soll.

Die Zunahme antifeministischer Aktivitäten ist besorgniserregend sichtbar. Allein im Jahr 2024 verzeichnete die Meldestelle Antifeminismus 558 Vorfälle – im Schnitt zehn pro Woche. Gleichstellungsbeauftragte sind besonders betroffen: 63 Prozent berichten von Angriffen auf ihre Arbeit, 40 Prozent erlebten in den letzten zwei Jahren sogar mehrere Vorfälle. Eine Beauftragte aus Baden-Württemberg schilderte, wie rechtsextreme Aktivist:innen nach einem öffentlichen Statement vor ihrer Haustür aufgetaucht seien.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Auch öffentliche Symbole der Gleichstellung geraten ins Visier. Orangefarbene Bänke, die im Rahmen der UN-Kampagne Orange the World gegen geschlechtsspezifische Gewalt aufgestellt wurden, wurden in Städten wie Osnabrück, Wiesbaden und Annweiler beschädigt. Gleichzeitig schrumpfen die Mittel für Gleichstellungsprojekte: Kommunale Haushalte kürzen die Gelder, und bundesweite Initiativen wie „Demokratie leben!“ sind in Gefahr.

Auf dem BAG-Kongress betonten Verantwortliche die Notwendigkeit stärkerer Netzwerke und Bündnisse. Der neue Leitfaden zeigt Strategien auf, wie Beauftragte antifeministischem Druck widerstehen können – etwa durch rechtliche Unterstützung, Öffentlichkeitsarbeit und länderübergreifende Zusammenarbeit.

Die wachsende antifeministische Welle setzt die Gleichstellungsarbeit in ganz Deutschland unter Druck. Angesichts steigender Vorfälle und schrumpfender Mittel soll der BAG-Leitfaden praktische Instrumente zum Widerstand bieten. Gleichstellungsbeauftragte stehen nun vor der Herausforderung, ihre Arbeit zu verteidigen – bei zunehmender Feindseligkeit und immer knapperen Ressourcen.

Quelle