26 March 2026, 12:17

ARD testet 30-minütige Tagesschau – kann die längere Sendung die Quoten retten?

Alte deutsche Zeitungsvorderseite vom 13. November 1939 mit der Schlagzeile "Weitpreubliche Zeitung" und einer Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung in einer feierlichen Umgebung.

ARD testet 30-minütige Tagesschau – kann die längere Sendung die Quoten retten?

Die ARD testet eine längere Version ihrer Hauptnachrichtensendung Tagesschau. Der Versuch startet mit einer 30-minütigen Ausgabe am Montagabend um 20:15 Uhr. Der Sender erhofft sich durch diese Änderung mehr Zuschauer und eine größere Alltagsrelevanz der Sendung.

Die Einschaltquoten der klassischen 15-minütigen Tagesschau sind in den vergangenen fünf Jahren gesunken. Im Jahr 2021 verfolgten die Sendung im Schnitt noch 7,5 Millionen Menschen, doch bis 2026 sank diese Zahl auf etwa 6,2 Millionen. Gleichzeitig erreichen kürzere Online-Formate wie Tagesschau in 20 Sekunden und TikTok-Clips mittlerweile über eine Million Aufrufe pro Woche – vor allem bei jüngeren Zuschauern zwischen 18 und 49 Jahren. Ältere Zuschauer, meist über 50, bevorzugen nach wie vor die Fernsehausstrahlung.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Entscheidung für die längere Sendedauer folgt auf Kritik, die Tagesschau habe sich nicht ausreichend an moderne Mediengewohnheiten angepasst. Manche werfen dem Format vor, es spiegle weder die Komplexität der heutigen Welt noch das Tempo digitaler Nachrichten wider. Andere halten das aktuelle 15-Minuten-Format für ausreichend und befürchten, dass eine längere Sendung das Abendprogramm der ARD durcheinanderbringen und konkurrierende Formate beeinträchtigen könnte.

Die ARD verfolgt mit dem Experiment zwei Ziele: das Vertrauen in die Medien zu stärken und eine tiefgehende Berichterstattung zu bieten, die den Alltag der Menschen besser abbildet. Der Sender betont, der Test reagiert auf Zuschauerwünsche nach mehr Informationen und einer stärkeren Repräsentation ihrer Lebensrealität. Doch nicht alle sind von diesem Ansatz überzeugt. Einige Journalisten hinterfragen, ob der Fokus auf Alltagsnähe der richtige Weg ist, um Zuschauer zu gewinnen.

Ob die 30-minütige Version dauerhaft eingeführt wird, steht noch nicht fest. Die ARD prüft derzeit, ob das erweiterte Format zum festen Bestandteil wird. Die Entscheidung hängt davon ab, wie das Publikum reagiert und ob die längere Sendedauer ihre Ziele erreicht.

Der Probebetrieb der 30-minütigen Tagesschau markiert einen Strategiewechsel der ARD. Sollte er erfolgreich sein, könnte er die Rolle der Sendung im Abendprogramm verändern und ihre Position im Wettbewerb mit kürzeren digitalen Nachrichtenformaten stärken. Vorerst wird der Sender jedoch die Rückmeldungen abwarten, bevor über langfristige Änderungen entschieden wird.

Quelle