Boris Palmer bleibt Tübingen treu – und sagt Landesregierung ab
Boris Palmer hat sich entschieden, Oberbürgermeister von Tübingen zu bleiben, statt in die Landesregierung von Baden-Württemberg einzutreten. Der unabhängige Politiker, der vor drei Jahren die Grünen verließ, bleibt eine zentrale Figur in der Kommunalpolitik. Seine Entscheidung fällt nach Gesprächen über eine mögliche Kabinettsrolle im Jahr 2026.
Palmers Entschluss erfolgte nach Abstimmungen mit Cem Özdemir, dem designierten Nachfolger von Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Özdemir hatte Palmer Berichten zufolge für einen Ministerposten in der künftigen Landesregierung im Blick. Während des jüngsten Landtagswahlkampfs unterstützte Palmer öffentlich Özdemir und unterstrich damit ihre politische Nähe.
Palmer teilte dem Landesvorstand der Grünen seine Pläne mit und machte deutlich, dass er Tübingen nicht verlassen werde. Als Begründung führte er sein achtjähriges Mandat der Bürgerinnen und Bürger an. Obwohl er die Partei im Mai 2023 verließ, pflegt er weiterhin enge Kontakte zum pragmatischen Flügel der Grünen, den sogenannten Realos, und arbeitet konstruktiv mit Özdemir zusammen.
Sein Einfluss bleibt durch diese Kooperation bestehen, auch wenn er auf eine Position in der Landespolitik verzichtet. Stattdessen konzentriert er sich auf sein aktuelles Amt, in dem er weiterhin als Unabhängiger die lokale Politik prägt.
Mit der Ablehnung eines Kabinettspostens bleibt Tübingen sein langjähriger Oberbürgermeister vorerst erhalten. Palmers Entscheidung unterstreicht zudem die anhaltende Zusammenarbeit zwischen ihm und Özdemirs Flügel innerhalb der Grünen. Der Schritt sichert Stabilität in der kommunalen Führung und bewahrt Palmers politischen Einfluss.






