Cannabis-Teillegalisierung scheitert am Schwarzmarkt – CDU fordert Kehrtwende
Theo SchmidtCannabis-Teillegalisierung scheitert am Schwarzmarkt – CDU fordert Kehrtwende
Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland: Kritik an mangelnder Wirkung gegen Schwarzmarkt
Seit dem 1. April 2024 ist in Deutschland die teilweise Legalisierung von Cannabis in Kraft: Erwachsene dürfen die Droge unter strengen Auflagen anbauen, besitzen und konsumieren. Doch die Reform steht seither in der Kritik – vor allem wegen zunehmender Verkehrsvorfälle und eines hartnäckigen Schwarzmarkts. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) bezeichnet das Gesetz nun als unwirksam im Kampf gegen illegale Geschäfte.
Das Gesetz erlaubt den nichtkommerziellen Anbau in Vereinen mit bis zu 500 Mitgliedern, die Cannabis ausschließlich an ihre eigenen Mitglieder abgeben dürfen. In Brandenburg wurden bisher 21 solche Anbaugemeinschaften genehmigt, sechs weitere Anträge werden geprüft. Bei Kontrollen gab es bislang weder Verstöße noch Bußgelder.
Doch die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem. Redmann betont, dass sowohl der private Anbau als auch die Vereine den gestiegenen Bedarf nicht decken können – und damit illegalen Dealern Tür und Tor öffnen. Das Brandenburger Innenministerium warnt zudem, dass diese Schwarzmarkt-Netzwerke nicht nur florieren, sondern sich zunehmend auch auf härtere Drogen ausweiten.
Auch die Verkehrssicherheit gibt Anlass zur Sorge: Die Zahl der Verdachtsfälle von Cannabis-Einfluss im Straßenverkehr stieg um 31,5 Prozent – von 1.313 im Jahr 2024 auf 1.727 im Jahr 2025. Verkehrsunfälle unter Cannabis-Einwirkung nahmen leicht zu, von 115 auf 119 im gleichen Zeitraum.
Als Reaktion beschloss die Brandenburger CDU im Februar, die Teillegalisierung rückgängig zu machen. Redmanns Fazit nach zwei Jahren fällt deutlich aus: Der Schwarzmarkt bleibe stark, und die Anbauvereine hätten ihn nicht schwächen können.
Die Bilanz der Reform in Brandenburg fällt gemischt aus. Zwar arbeiten die lizenzierten Vereine ohne Verstöße, doch der illegale Handel hält sich hartnäckig – und cannabisbedingte Verkehrsvorfälle nehmen zu. Der Vorstoß der CDU zur Abschaffung des Gesetzes spiegelt die anhaltende Debatte über dessen Wirksamkeit wider.






