07 April 2026, 14:29

Collien Fernandes kämpft gegen digitale Gewalt und fordert strengere Gesetze

Collien Fernandes im Gespräch mit Caren Miosga

Collien Fernandes kämpft gegen digitale Gewalt und fordert strengere Gesetze

Schauspielerin Collien Fernandes hat sich zur wachsenden Bedrohung durch digitale Gewalt gegen Frauen geäußert. Sie enthüllte, dass ohne ihr Einverständnis gefälschte Profile mit ihrem Namen, ihren Fotos und Deepfake-Videos erstellt worden seien. Ihr Fall hat breite Forderungen nach strengeren gesetzlichen Schutzmaßnahmen und klareren Regeln zur Bekämpfung von Online-Missbrauch ausgelöst.

Bei einer kürzlichen Diskussionsrunde unterstützten die Journalistin Caren Miosga und Justizministerin Stefanie Hubig Fernandes' Kritik an systemischen Versäumnissen im Umgang mit digitaler Gewalt. Sie warnten, dass Deutschland bei der wirksamen Bekämpfung des Problems hinterherhinke.

Fernandes schilderte, wie Unbekannte in ihrem Namen Fake-Profile angelegt hätten, über die manipulierte Bilder, Videos und explizite Geschichten verbreitet wurden. Besonders besorgniserregend sei, dass Deepfake-Technologie genutzt werde, um täuschend echte, aber völlig erfundene Inhalte zu erstellen – was es Opfern erschwere, ihre Unschuld zu beweisen.

Die Reaktion auf ihre Schilderungen war sofort und überwältigend: Zehntausende meldeten sich zu Wort und forderten besseren Schutz sowie schnelles Handeln gegen digitale Gewalt. Fernandes verwies auf Spanien als Vorbild, wo strengere Gesetze und beschleunigte juristische Verfahren Opfern helfen, Gerechtigkeit zu erlangen.

Miosga unterstrich das Ausmaß des Problems und bezeichnete digitale Gewalt als systemisches Versagen mit unklaren Verantwortlichkeiten. Plattformen, Polizei und Gerichte würden sich oft gegenseitig die Zuständigkeit zuschieben, sodass Betroffene ohne klare Unterstützung blieben. Deutschland fehle es an verlängerten Meldefristen, sensiblen Ermittlungen und robusten Rechtsrahmen, um solche Fälle angemessen zu bearbeiten, kritisierte sie.

Sowohl Miosga als auch Hubig waren sich einig, dass Reformen dringend nötig seien. Sie schlugen verpflichtende Schulungen für Polizei und Richter:innen, Präventionsprogramme an Schulen und härtere Strafen für Täter:innen vor. Hubig räumte ein, dass bestehende rechtliche Lücken reale Konsequenzen hätten – Opfer blieben schutzlos und ohne Handlungsmöglichkeiten.

Fernandes betonte zudem, dass digitale Gewalt nicht nur Prominente treffe. Jede Frau könne zum Ziel werden, und die emotionalen wie beruflichen Folgen seien oft verheerend. Sie forderte die Politik auf, zu handeln, bevor noch mehr Leben durch Online-Missbrauch zerstört würden.

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Die Debatte setzt die deutschen Behörden unter Druck, ihren Umgang mit digitaler Gewalt grundlegend zu überarbeiten. Die Rufe nach klareren Gesetzen, besserer Ausbildung und schnelleren Reaktionen werden lauter. Ohne diese Veränderungen, warnen Expert:innen, werde der Kampf der Opfer um Gerechtigkeit und Schutz weiter ein aussichtsloser bleiben. Ob aus den Forderungen nun konkrete Taten werden, liegt nun an den Entscheidungsträger:innen.

Quelle