Deutsches Konsortium will Lithium-Ionen-Batterien revolutionär recyceln
Theo SchmidtDeutsches Konsortium will Lithium-Ionen-Batterien revolutionär recyceln
Neues Forschungsprojekt in Deutschland: Effizienteres Recycling von Lithium-Ionen-Batterien
Ein neues Forschungsvorhaben in Deutschland nimmt sich der Herausforderung an, Lithium-Ionen-Batterien künftig effizienter zu recyceln. Unter dem Namen ProBatman haben sich große Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen, um bessere Methoden zur Rückgewinnung von Wertstoffen aus alten Batterien zu entwickeln. Bisherige Verfahren gewinnen nur einen Bruchteil der Komponenten zurück und verbrauchen dabei oft große Mengen an Energie oder zusätzliche Materialien.
Zum ProBatman-Konsortium gehören BMW AG, EurA AG, das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC), die Netzsch-Gruppe und die Universität Würzburg. Ihr Ziel ist es, möglichst viele Batteriekomponenten zurückzugewinnen – darunter flüchtige Substanzen und leitfähige Salze. Der Prozess umfasst das sichere Zerlegen der Zellen unter Schutzgas, die Trennung der Aktivmaterialien sowie den Einsatz neuer Technologien für das Entbindern und Sortieren. Jeder Schritt wird auf Skalierbarkeit, Umweltverträglichkeit und Sicherheit geprüft.
Das Fraunhofer ISC bringt dabei seine Expertise in der Materialforschung und Analytik ein und stellt eine Pilotproduktionslinie für Pouch-Zellen bereit. Zudem erforscht das Team "Design-for-Recycling"-Strategien und den Einsatz digitaler Zwillinge, um künftige Batterien leichter recycelbar zu machen.
Bis zum Jahr 2040 könnten in Deutschland jährlich bis zu 360.000 metrische Tonnen ausgedienter Lithium-Ionen-Batterien anfallen. ProBatman strebt an, davon 340.000 Tonnen pro Jahr zu verarbeiten und so die CO₂-Emissionen um bis zu 1,3 Gigatonnen zu reduzieren. Das Projekt ist eines von mehreren in Deutschland, die sich mit dem direkten Recycling befassen – neben Initiativen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der RWTH Aachen, dem Fraunhofer FZEB und dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR).
Gelingt das Vorhaben, könnte ProBatman das Batterierecycling revolutionieren, indem es mehr Materialien zurückgewinnt und gleichzeitig Abfall reduziert. Erfolgreich umgesetzt, würde es den Bedarf an energieintensiven Prozessen verringern und die Emissionen deutlich senken. Die Erkenntnisse des Konsortiums könnten zudem die Entwicklung zukünftiger Batterien beeinflussen – mit dem Ziel, Recycling einfacher und nachhaltiger zu gestalten.






