14 April 2026, 18:16

Europas SAF-Boom: Verdoppelter Einsatz – doch die Branche warnt vor zu hohen Kosten

Grüner Hintergrund mit fetter weißer Schrift, die "netto-null-Emissionen bis 2050" liest.

Europas SAF-Boom: Verdoppelter Einsatz – doch die Branche warnt vor zu hohen Kosten

Europas Vorstoß für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) macht rasante Fortschritte – der Einsatz hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. 2024 stieg der Anteil von SAF am Kerosin auf 2 %, nach nur 0,6 % im Vorjahr. Trotz dieses Wachstums bleiben Airlines und Regulierungsbehörden in der Frage künftiger Ziele und Kosten gespalten.

Die EU hat in den vergangenen Jahren klare Vorgaben für SAF festgelegt. Ab 2025 müssen 2 % des Treibstoffs an Regionalflughäfen aus nachhaltigen Quellen stammen, bis 2030 soll dieser Anteil auf 6 % steigen. Für synthetischen E-Kerosin (eSAF) gelten strengere Regeln: Bis 2030 müssen 1,2 % des gesamten Flugtreibstoffs aus eSAF bestehen, bis 2035 sogar 5 %.

Laut offiziellen Angaben hat Europa das Ziel für 2025 vorzeitig erreicht. Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), bestätigte, dass der SAF-Anteil in diesem Jahr bei 2 % oder darüber liegen werde. Seine Aussage deckt sich mit der Einschätzung eines hochrangigen EU-Vertreters, wonach die Vorgabe für 2025 bereits erfüllt sei.

Doch die Branche zeigt sich skeptisch. Der Dachverband Airlines for Europe (A4E) forderte die Regulierungsbehörden auf, die eSAF-Anforderungen zu lockern – mit Verweis auf hohe Kosten und begrenzte Verfügbarkeit. Die Europäische Kommission lehnt eine Anpassung der Vorgaben jedoch ab. Zwar räumt sie Bedenken zur Bezahlbarkeit ein, doch die Ziele blieben unverändert.

Guillermet unterstrich diese Haltung und unterstützte damit die Position des EU-Verkehrskommissars. Er betonte, dass die eSAF-Pflicht bestehen bleibe und die Einhaltung entscheidend für die langfristige Nachhaltigkeit sei.

Europas SAF-Ausbau schreitet schneller voran als erwartet – doch die Debatte um künftige Vorgaben geht weiter. Die Airlines kämpfen mit steigenden Kosten, während die Regulierungsbehörden die Ziele als nicht verhandelbar betrachten. Nun geht es darum, eSAF bezahlbarer zu machen, ohne die bestehenden Regeln zu verwässern.

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