FDP will in MV mit dreigliedrigem Schulsystem und Sprachtests punkten
Leni RichterFDP will Haupt- und Realschule wieder einführen - FDP will in MV mit dreigliedrigem Schulsystem und Sprachtests punkten
Die Freie Demokratische Partei (FDP) in Mecklenburg-Vorpommern hat vor der Landtagswahl am 20. September ihre bildungspolitischen Pläne vorgestellt. Die Partei setzt sich für tiefgreifende Reformen ein, darunter die Rückkehr zum dreigliedrigen Schulsystem und strengere Sprachvorgaben für Kleinkinder. Gleichzeitig steht die FDP vor der Herausforderung, wieder in den Landtag einzuziehen – aktuelle Umfragen sehen sie unter der für die Vertretung notwendigen Fünf-Prozent-Hürde.
Auf Bundesebene hat Parteichef Christian Dürr eine offensivere Haltung gefordert und die Mitglieder aufgefordert, die FDP als "radikale Alternative" zum politischen Establishment in Deutschland zu präsentieren.
Im Mittelpunkt des FDP-Bildungsprogramms in Mecklenburg-Vorpommern steht die Wiedereinführung von Haupt- und Realschule sowie die Abschaffung des seit 2002 bestehenden Modells der Regionalen Schule. Dies entspricht der langjährigen Ablehnung der Liberalen gegenüber einheitlichen Schulformen wie der Gemeinschaftsschule in anderen Bundesländern. So lehnte die FDP in Baden-Württemberg im März 2026 die Neue Sekundarschule als "ideologisches Experiment" ab und bekräftigte damit ihre Präferenz für getrennte Bildungsgänge: Gymnasium, Realschule, Hauptschule und Werkrealschule.
Zudem schlägt die Partei verpflichtende Deutschtests für Kinder zwei Jahre vor der Einschulung vor. Dürr zufolge soll dies sicherstellen, dass Schülerinnen und Schüler mit ausreichenden Sprachkenntnissen in die Bildungseinrichtungen starten. Darüber hinaus will die FDP Förderschulen beibehalten, den konfessionellen Religionsunterricht jedoch durch ein neutrales Fach ersetzen, das alle Glaubensrichtungen abdeckt.
Über die Bildungspolitik hinaus setzt sich Dürr für eine strengere Migrationspolitik ein: Er plädiert dafür, die Einreise nach Deutschland für Arbeitszwecke zu erleichtern, während nicht-erwerbsbezogene Zuwanderung erschwert werden soll. Intern bereitet sich die Partei auf eine Abstimmung über einen neuen Bundesvorstand bei ihrem Parteitag im Mai vor, nachdem ein Antrag auf Neuwahlen eingebracht wurde.
In Mecklenburg-Vorpommern hat Spitzenkandidat Jakob Schirmer den Wahlkampf unter dem Motto der persönlichen Freiheit gestaltet. Doch die anhaltenden Umfragewerte unter fünf Prozent deuten auf einen schwierigen Weg zurück in den Landtag hin – nach dem Ausscheiden bei der letzten Wahl.
Die FDP-Vorschläge markieren eine deutliche Rückkehr zu traditionellen Schulstrukturen, kombiniert mit verschärften Sprach- und Migrationsregeln. Sollten die Reformen umgesetzt werden, würde dies das Ende der einheitlichen Schulmodelle zugunsten getrennter Bildungswege bedeuten. Ob diese Pläne in Mecklenburg-Vorpommern vorankommen, hängt vom Ausgang der Septemberwahl ab.






