Felix Banaszak kämpft um Männer für den Feminismus – doch die Kritik wächst
Nina BrandtFelix Banaszak kämpft um Männer für den Feminismus – doch die Kritik wächst
Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, setzt sich seit Monaten für eine feministische Botschaft ein, die auch bei jungen Männern Anklang findet. Seine Initiativen begannen im Februar mit einem Interview im Playboy und einem Besuch bei einem Geburtsvorbereitungskurs für Männer in Krefeld. Doch aktuelle Ereignisse zwingen ihn nun, seine Strategie zu überdenken.
Im Februar sprach Banaszak offen im Playboy darüber, wie Männer in feministische Diskussionen einbezogen werden können. Noch im selben Monat besuchte er Vaterwelten, eine Krefelder Initiative, die Geburtsvorbereitungskurse speziell für werdende Väter anbietet. Sein Ziel: mit jungen Männern über Themen wie Elternschaft und Geschlechterrollen ins Gespräch kommen.
Seine Herangehensweise geriet jedoch in die Kritik, nachdem die Schauspielerin Collien Fernandes den Komiker Christian Ulmen der Belästigung beschuldigt hatte. Banaszak räumte ein, dass sein Ansatz überarbeitet werden müsse – traditionelle Methoden reichen offenbar nicht aus. Gleichzeitig betont er weiterhin, dass starre Geschlechterklischees nicht nur Frauen, sondern auch Männer schaden und dass Männer Feminismus als Chance für sich begreifen sollten.
Die Kritik an Banaszaks Vorgehen kommt aus verschiedenen Lagern. Ein Kolumnist der Welt spottete kürzlich über seine pinkfarbenen Bürowände – ein Seitenhieb auf die Grünen. Der AfD-Politiker Maximilian Krah schlug in einem Wahlkampfvideo vor, junge Männer mit Dating-Problemen sollten „nach rechts“ tendieren. Die Unterschiede im Wahlverhalten sind eklatant: Bei der letzten Bundestagswahl stimmte die Mehrheit der unter 24-jährigen Männer für die rechtspopulistische AfD, während junge Frauen eher links der Mitte wählten.
Banaszak konzentriert sich weiterhin darauf, die Finanzierung von Organisationen zu sichern, die Jungen und Männer unterstützen – ohne deren Anliegen gegen andere Geschlechter aususpielen. Als Beispiel nennt er den Torwart Tim Wiese, der vor zwei Jahrzehnten ohne größere Angriffe auf seine Männlichkeit Pink trug. Für Banaszak steht fest: Männer sollten in feministischen Debatten einen Platz haben, ohne sich bedroht zu fühlen.
Sein Einsatz für einen inklusiven Feminismus stößt auf Widerstand, löst aber auch Reflexion aus. Durch Besuche, Interviews und sein Engagement für Fördergelder zeigt Banaszak, wie sehr er darum bemüht ist, die Kluft zwischen Geschlechterpolitik und jungen Männern zu überbrücken. Ob seine angepasste Strategie die Einstellungen verändert, bleibt abzuwarten.






