Gärtnerei entgeht Strafe trotz jahrelanger Sozialbetrugs-Vorwürfe in Freiburg
Leni RichterGärtnerei entgeht Strafe trotz jahrelanger Sozialbetrugs-Vorwürfe in Freiburg
Ein Gärtereibetrieb im Raum Freiburg ist ohne Anklage davongekommen, nachdem der Inhaber Mitarbeiter nicht angemeldet und keine Sozialabgaben gezahlt hatte. Der Fall kam im Jahr 2025 bei einer routinemäßigen Polizeikontrolle ans Licht. Die Behörden fanden Beweise für ausstehende Löhne und nicht gemeldete Beschäftigte über einen Zeitraum von 2,5 Jahren.
Die Ermittlungen begannen, als Beamte ein Firmenfahrzeug anhielten und darin zwei nicht angemeldete Mitarbeiter entdeckten. Weitere Überprüfungen ergaben, dass das Unternehmen mehrere Beschäftigte nicht ordnungsgemäß bei den Sozialversicherungsträgern gemeldet hatte. Zollbeamte bestätigten später, dass der Inhaber für eine unbekannte Anzahl von Mitarbeitern entweder keine oder zu niedrige Sozialabgaben entrichtet hatte.
Auch die erfassten Umsätze des Betriebs weckten Zweifel, da sie mit der offiziell gemeldeten Belegschaft nicht hätten erwirtschaftet werden können. Die Staatsanwaltschaft strebte zunächst einen Strafbefehl wegen 30 Fällen von Lohnvorenthaltung und -veruntreuung an. Doch der Fall nahm eine unerwartete Wendung, als das Amtsgericht Freiburg Anfang Mai 2025 beschloss, das Verfahren einzustellen.
Statt einer Verurteilung wurde der Angeklagte verpflichtet, 1.800 Euro an eine gemeinnützige Organisation zu zahlen. Zudem musste er rückwirkend ausstehende Sozialabgaben in Höhe von 10.000 Euro begleichen. Öffentliche Aufzeichnungen geben keine Auskunft darüber, wie viele weitere Unternehmen oder Selbstständige in der Region in den letzten Jahren mit ähnlichen Ermittlungen konfrontiert waren.
Das Verfahren wurde ohne formelle Strafe eingestellt – vorausgesetzt, der Betriebsinhaber erfüllte die finanziellen Auflagen des Gerichts. Die 10.000 Euro deckten die offenen Sozialabgaben ab, während die zusätzlichen 1.800 Euro an eine wohltätige Einrichtung gingen. Ob in der Region weitere flächendeckende Kontrollen geplant sind, teilten die Behörden nicht mit.






