GDL-Chef Reißen attackiert Deutsche Bahn wegen "Geldwäschemaschine" und Führungsversagen
Leni RichterGDL-Chef Reißen attackiert Deutsche Bahn wegen "Geldwäschemaschine" und Führungsversagen
Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) scharf für ihr finanzielles Missmanagement und fragwürdige Führungsentscheidungen kritisiert. Seine Äußerungen folgen auf jüngste Entlassungen und Umstrukturierungsmaßnahmen im Konzern. Reißen fordert mehr Verantwortlichkeit und eine transparente Finanzaufsicht bei dem staatlichen Bahnbetreiber.
Reißen warf der DB vor, wie eine "Geldwäschemaschine" zu funktionieren – bedingt durch undurchsichtige interne Abrechnungssysteme und ein weitverzweigtes Netz von Tochtergesellschaften. Das Unternehmen habe einst über 1.000 Beteiligungen besessen, die mittlerweile auf unter 600 reduziert worden seien, angeblich um Geldflüsse zu verschleiern und staatliche Mittel zu sichern.
Zudem stellte er die Ernennung von Karin Dohm zur Finanzvorständin infrage und bezeichnete sie als nicht qualifiziert für die Position. Reißen hatte bereits im Vorfeld gewarnt, dass ihre Berufung zu weiteren Kontroversen und unnötigen Belastungen für die Steuerzahler führen werde.
In den vergangenen Wochen hatte DB-Chefin Evelyn Palla Dohm sowie Sigrid Nikutta, die Leiterin von DB Cargo, entlassen. Reißen begrüßte diese Schritte und erklärte, sie brächten dringend benötigte Kontinuität in die Unternehmensführung. Auch Pallas Entscheidung, die Größe der obersten Führungsebene zu halbieren, unterstützte er – ein Schritt, der die Betriebsergebnisse und Produktivität steigern solle.
Reißen hatte Palla zuvor aufgefordert, direkt in das Bahnsystem einzugreifen. Eine bessere Unternehmensführung, so seine Argumentation, könnte die Leistung im Fernverkehr deutlich verbessern, der seit Langem wegen Ineffizienz in der Kritik steht.
Die Aussagen des Gewerkschaftschefs unterstreichen die anhaltenden Bedenken hinsichtlich Transparenz und Effizienz bei der Deutschen Bahn. Angesichts der jüngsten Führungswechsel und laufenden Umstrukturierungen steht das Unternehmen nun unter Druck, klarere Finanzpraktiken und überzeugendere Betriebsergebnisse vorzuweisen. Reißens Kritik macht deutlich, welche Herausforderungen auf das DB-Management zukommen.






