Palmer: "Kann mit der Seele der CDU mitfühlen" - Hagel-Video entzweit CDU und Grüne – doch die Wahl endet im Patt
Ein umstrittenes Video des Grünen-Politikers Manuel Hagel hat in Baden-Württemberg einen erbitterten Streit zwischen CDU und Grünen ausgelöst. Die Aufnahme, die kurz vor der Landtagswahl veröffentlicht wurde, zeigt Hagel, wie er 2018 das Aussehen einer Schülerin kommentiert. Während die CDU den Grünen eine "schmutzige Wahlkampagne" vorwirft, endet das Wahlergebnis mit einer Pattsituation – beide Parteien verfügen über gleich viele Sitze und sind trotz der Spannungen gezwungen, über eine Zusammenarbeit nachzudenken.
Das Video, das in den letzten Tagen des Wahlkampfs viral ging, zeigt den damals 29-jährigen Hagel, wie er einer Schülerin sagt, sie habe "rehbraune Augen". Kritiker stuften die Bemerkung als sexistisch ein, die CDU verurteilte sie umgehend als Teil einer gezielten Verleumdungskampagne. Tobias Vogt, Generalsekretär der CDU, warf den Grünen öffentlich vor, mit einer "schmutzigen Wahlkampagne" kurz vor der Wahl noch Stimmen beeinflussen zu wollen.
Bei der Wahl am 8. März setzten sich die Grünen knapp durch – mit derselben Sitzzahl wie die CDU. Cem Özdemir soll nun Winfried Kretschmann als Ministerpräsident ablösen, doch die Regierungsbildung erfordert Verhandlungen mit der CDU. Der ehemalige Grünen-Politiker Boris Palmer räumte zwar die Wut der Christdemokraten ein, wies aber Vorwürfe einer abgestimmten Attacke zurück. Er argumentierte, der Verdacht der CDU spiegle vielmehr deren eigene Parteikultur wider, in der eigenständiges Handeln von Abgeordneten kaum vorstellbar sei.
Palmer betonte, dass für eine mögliche Koalition zunächst Vertrauen wiederaufgebaut werden müsse. Er forderte die Grünen auf, zu beweisen, dass die Veröffentlichung des Videos keine kalkulierte Aktion war, und rief gleichzeitig die CDU dazu auf, den Streit hinter sich zu lassen. Trotz der Empörung gibt es bisher keine Anzeichen, dass die Koalitionsgespräche unmittelbar beeinträchtigt werden.
Die Wahl endete mit einem Patt zwischen Grünen und CDU, was eine Zusammenarbeit zur Regierungsbildung unvermeidlich macht. Die Folgen des Hagel-Videos haben das Misstrauen vertieft, doch beide Seiten müssen sich nun auf die Verhandlungen konzentrieren. Ob der Konflikt die möglichen Koalitionspläne verzögern oder gar scheitern lassen wird, bleibt vorerst offen.