Hessen will Untermietverträge im Bundesrat streng regulieren – mehr Schutz für Mieter
Leni RichterHessen will Untermietverträge im Bundesrat streng regulieren – mehr Schutz für Mieter
Hessen treibt im Bundesrat strengere Regeln für Untermietverträge voran
Eine neue Initiative unter Führung Hessens im deutschen Bundesrat zielt auf schärfere Vorschriften für Untermietverträge ab. Der Vorschlag richtet sich insbesondere gegen gewinnorientierte Untervermietungen und soll rechtliche Schlupflöcher schließen, die viele Mieter schutzlos zurücklassen. Befürworter argumentieren, dass die geplanten Änderungen dringend benötigte Klarheit in einen angespannten Wohnungsmarkt bringen würden.
Der Vorstoß folgt einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom Januar 2026, das bestätigte, dass Hauptmieter Wohnraum nicht legal mit Gewinnerzielungsabsicht untervermieten dürfen (Aktenzeichen: VIII ZR 228/23). Nach dem neuen Entwurf wäre es Vermietern untersagt, Untervermietungen zuzulassen, bei denen der Hauptmieter finanziell profitiert. Zudem soll die Weitervermietung verboten werden, wenn der Hauptmieter ohne triftigen Grund für einen längeren Zeitraum ins Ausland zieht.
Die Initiative sieht vor, dass Hauptmieter Vermieter künftig verpflichtend über jede Untermietvereinbarung informieren müssen. Diese Regelung soll versteckte oder ausbeuterische Arrangements verhindern, bei denen Untermieter oft kaum Rechte genießen. Für den Fall, dass der Hauptmieter gekündigt wird, will der Entwurf Untermieter besser schützen – etwa durch gesetzliche Mindestfristen, bevor sie die Wohnung räumen müssen.
Wohnungsnot in vielen Städten zwingt immer mehr Menschen in teure Untermietverhältnisse mit kaum rechtlicher Absicherung. Werden Hauptmieter gekündigt, landen Untermieter nicht selten auf der Straße – obwohl sie ihre Miete pünktlich gezahlt haben. Die Initiatoren betonen, dass es nicht um ein generelles Verbot von Untermietverträgen gehe, sondern darum, Missbrauch zu unterbinden und fairere Bedingungen zu schaffen.
Bei einer Verabschiedung würden die Maßnahmen die Kontrolle über Untermietverhältnisse in ganz Deutschland verschärfen. Vermieter erhielten klarere Instrumente, um gewinnorientierte Untervermietungen zu blockieren, während Untermieter besseren Schutz vor plötzlichen Kündigungen erhielten. Die Änderungen würden bundesweit gelten und damit langjährige Probleme auf dem hart umkämpften Mietmarkt angehen.






