Integrationskurse in der Krise: 3.000 Euro Eigenanteil drohen Zehntausende auszuschließen
Matteo KrauseIntegrationskurse in der Krise: 3.000 Euro Eigenanteil drohen Zehntausende auszuschließen
Eine aktuelle Entscheidung der Bundesregierung hat eine Kontroverse über die Zukunft der Integrationskurse in Deutschland ausgelöst. Nach der neuen Regelung müssten Teilnehmende künftig rund 3.000 Euro pro Kurs selbst aufbringen – eine Summe, die Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte für die meisten "unerschwinglich" nannte. Der Schritt wirft Fragen nach dem Zugang zu essenziellen Sprach- und Orientierungskursen für Zehntausende auf.
Die Entscheidung des Bundesinnenministers verlagert die Finanzlast für Integrationskurse auf die Teilnehmenden. Bisher wurden diese Kosten übernommen oder stark bezuschusst. Nun drohen bundesweit schätzungsweise 130.000 Menschen – etwa 40 Prozent der potenziellen Lernenden – von der Teilnahme ausgeschlossen zu werden.
Bürgermeister Bovenschulte kritisierte die Änderung scharf und betonte, dass Integration nicht vom Geldbeutel abhängen dürfe. Er warnte, die Reform untergrabe jahrelange Fortschritte bei der Eingliederung von Neuankömmlingen in die deutsche Gesellschaft.
Der Bundesrat hat bereits reagiert und den Antrag zur weiteren Prüfung an seinen Innenausschuss verwiesen. Unterdessen stehen Kursanbieter vor schwierigen Entscheidungen: Sie müssen Programme kürzen, Kurse streichen oder Personal abbauen. Diese Maßnahmen würden die Unterstützungssysteme schwächen, auf die viele angewiesen sind, um die Sprache zu lernen und in ihren neuen Gemeinden Fuß zu fassen.
Die Entscheidung belastet die Integrationsbemühungen im ganzen Land erheblich. Mit weniger Kursangeboten und höheren Kosten wird es für viele schwieriger, die nötige Förderung zu erhalten. Die nächsten Schritte des Bundesrats werden zeigen, ob die Reform wie geplant umgesetzt oder noch einmal überarbeitet wird.






