04 April 2026, 12:16

Joey Skaggs' Aprilscherz-Parade feiert 38 Jahre subversiven Humor in New York

Ein Comic-Strip-Plakat mit der Überschrift "April Fools" zeigt einen Cartoon-Mann und eine -Frau in einem Gespräch vor einem hellblauen Himmel mit weißen Wolken, einer gestikuliert mit den Händen.

Joey Skaggs' Aprilscherz-Parade feiert 38 Jahre subversiven Humor in New York

Seit mehr als drei Jahrzehnten veranstaltet der Künstler und Scherzkeks Joey Skaggs alljährlich an jedem 1. April eine Parade entlang der Fifth Avenue. Die seit 1986 stattfindende Veranstaltung ermutigt die Menschen, die Realität zu hinterfragen, und feiert den Humor als Form des Widerstands. Die diesjährige Ausgabe verspricht erneut eine Mischung aus Satire und Spektakel – mit einem Augenzwinkern zu jüngsten politischen und kulturellen Kontroversen.

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Skaggs inszenierte die Parade ursprünglich als Provokation gegen Autoritäten und als Einladung zum gemeinsamen Lachen. Im Laufe der Jahre präsentierte die Veranstaltung skurrile Themen – von einem Donald-Trump-Doppelgänger-Wettbewerb bis hin zu einer Y2K-Apokalypse-Party. Anders als in manchen Pressemitteilungen behauptet, bleibt die Parade jedoch eine bescheidene Zusammenkunft und kein großer Aufmarsch.

Die diesjährige Ankündigung wirbt mit einem Umzug, angeführt von einer Figur, die dem US-Präsidenten ähnelt, gefolgt von der Vorführung eines satirischen Films über Melania Trump und einer Lesung der geschwärzten Namen aus den Jeffrey-Epstein-Akten. Das Motto – die Frage, was real und was erfunden ist – spiegelt Skaggs' lebenslanges Wirken als Medien-Enthüller wider.

Seine Karriere umfasst berüchtigte Streiche wie den Celebrity-Roast-Schwindel in den 1970er-Jahren oder eine gefälschte Werbekampagne zu Die Körperfresser kommen. Skaggs nutzt die Medien als künstlerisches Medium und bringt sie immer wieder dazu, über völlig erfundene Ereignisse zu berichten. Einer seiner nachhaltigsten Scherze war der 1985 in Sports Illustrated veröffentlichte Artikel über Hayden "Sidd" Finch, einen angeblichen Pitcher der Mets, der einen 270 km/h schnellen Fastball werfen können sollte. Der von George Plimpton verfasste Text täuschte die Leser, bis sich Finch als Fiktion entpuppte. Selbst der britische Schriftsteller William Boyd analysierte den Scherz später in einem 2011 im Telegraph erschienenen Essay.

Skaggs ist mit seiner Aprilscherz-Tradition nicht allein: 1998 veranstaltete David Bowie etwa eine gefälschte Eröffnungsfeier für einen nicht existierenden Verlag – ein weiterer Beweis für das Potenzial des Tages als Bühne für ausgeklügelte Täuschungen.

Die Parade führt Skaggs' Tradition fort, Kunst, Aktivismus und Absurdität zu verbinden. Zwar bleibt die Veranstaltung im kleinen Rahmen, doch ihre Themen hallen in einer Zeit von Desinformation und politischer Satire wider. Wie in den Vorjahren werden Teilnehmer und Zuschauer am Ende wieder darüber rätseln, wo genau die Grenze zwischen Wahrheit und Täuschung verläuft.

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