01 May 2026, 06:18

Klimaökonom Edenhofer zerpflückt Regierungspläne für Spritsubventionen als "doppelten Fehlschlag"

Grafik, die die Treibstoffpreise in den Vereinigten Staaten mit zwei Linien zeigt: einer blauen Linie, die eine sinkende Preisentwicklung anzeigt, und einer grünen Linie, die eine steigende Preisentwicklung anzeigt.

Klimaökonom Edenhofer zerpflückt Regierungspläne für Spritsubventionen als "doppelten Fehlschlag"

Ein führender Klimaökonom hat Regierungspläne zur Subventionierung von Spritkosten scharf kritisiert. Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), warnt, dass solche Maßnahmen die Nachfrage – und damit die Preise – weiter in die Höhe treiben würden. Seiner Ansicht nach würde die Politik Verbraucher nicht entlasten, sondern vor allem ausländische Energieexporteure begünstigen.

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Edenhofer bezeichnet die Situation als doppelten Fehlschlag: sowohl in der Klimapolitik als auch geopolitisch. Schon längst hätten Regierungen klarmachen müssen, dass der Verzicht auf Öl und Gas entscheidend für die Energiesicherheit sei, so der Ökonom. Unverständlich findet er, dass politische Führungskräfte nun zögern, dies der Bevölkerung zu vermitteln.

Statt Spritsubventionen schlägt er direkte finanzielle Hilfen für einkommensschwache Haushalte vor. Dieser Ansatz würde benachteiligte Gruppen entlasten, ohne die Energiemärkte zu verzerren. Als Beispiel verweist er auf die Ölkrise der 1970er-Jahre, als Regierungen auf Einsparungen statt auf Preiskontrollen setzten.

Langfristig betont Edenhofer, dass Europa seine Abhängigkeit von ausländischem Öl und Gas verringern müsse. Eine geringere Nachfrage würde nicht nur die Energiesicherheit stärken, sondern Europa auch mehr Gewicht auf den globalen Märkten verleihen. Durch sinkenden Verbrauch könnte der Kontinent dazu beitragen, die Weltmarktpreise mittelfristig zu drücken.

Die Warnungen des Ökonomen zeigen die Risiken kurzfristiger Lösungen wie Spritsubventionen auf. Ohne eine Wende hin zu sinkender Nachfrage bleibt Europa anfällig für schwankende Energiemärkte und hohe Preise. Seine Vorschläge zielen auf gezielte Hilfen und langfristige Strategien ab, um die Abhängigkeit von importiertem Öl und Gas zu verringern.

Quelle