Logistikbranche kämpft um Überleben: Insolvenzen und Dieselpreise bedrohen kleine Unternehmen
Nina BrandtLogistikbranche kämpft um Überleben: Insolvenzen und Dieselpreise bedrohen kleine Unternehmen
Deutschlands Transport- und Logistikbranche steht unter wachsendem finanziellen Druck. Steigende Dieselpreise, schmale Gewinnspannen und verzögerte Zahlungseingänge von Kunden setzen vor allem kleinere Unternehmen zu. Branchenvertreter warnen: Ohne schnelle Hilfen könnten in den kommenden Monaten weitere Firmen in die Insolvenz rutschen.
Im vergangenen Jahr meldeten 469 Logistikunternehmen Insolvenz an – ein Anstieg um 5,6 Prozent gegenüber 2024. Darunter befanden sich 19 Betriebe mit Jahresumsätzen von über 10 Millionen Euro. Viele arbeiten mit Margen von unter drei Prozent, während Lohn- und Spritkosten weiter steigen.
Die Krise verschärft sich durch hohe Vorfinanzierungskosten: Unternehmen zahlen Treibstoff oft im Voraus, müssen aber bis zu 60 Tage auf Kundenzahlungen warten. Verkehrsverbände fordern nun Steuererleichterungen für Energie und Strom, die Abschaffung der doppelten CO₂-Belastung im Straßengüterverkehr sowie Soforthilfen wie Preisdeckel oder Ausgleichsprogramme.
Auch die globalen Aussichten haben sich eingetrübt. Das Analysehaus Oxford Economics senkte kürzlich seine Wachstumsprognose für Transport und Logistik im Jahr 2025 von 3,4 auf 2,4 Prozent. Grund sind die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten, die wichtige Schifffahrtsrouten bedrohen. Eine längerfristige Blockade der Straße von Hormus könnte das Branchenwachstum sogar vollständig zum Erliegen bringen, falls die Störungen länger als sechs Monate anhalten.
Die bisherigen staatlichen Hilfsmaßnahmen hätten kaum Entlastung gebracht, so der Kreditversicherer Atradius. Branchenverbände bestehen darauf, dass mehr getan werden muss, um weitere Pleiten zu verhindern und Lieferketten zu stabilisieren.
Die finanzielle Lage der Logistikbranche verschlechtert sich zusehends: Die Insolvenzzahlen steigen, die Gewinnmargen schrumpfen. Ohne entschlossenes Gegensteuern drohen Experten zufolge schwerwiegende Störungen im Handel und in den Transportnetzen. Die Unternehmen appellieren an die Politik, noch vor einer weiteren Zuspitzung der Lage zu handeln.






