30 April 2026, 14:23

Machtkampf bei der Berliner Zeitung: Warum Chefreporterin Reich-Osang nach 30 Jahren ging

Schwarzes und weißes Foto einer Zeitung mit einer Liste von Elementen, einschließlich Text und einem Logo, die auf eine Redaktion hinweisen.

Machtkampf bei der Berliner Zeitung: Warum Chefreporterin Reich-Osang nach 30 Jahren ging

Ein öffentlicher Streit ist zwischen Holger Friedrich, Verleger der Berliner Zeitung, und Medienkritikern über den Abgang der leitenden Reporterin des Blattes entbrannt. Die Auseinandersetzung begann, nachdem Anja Reich-Osang die Zeitung nach drei Jahrzehnten Tätigkeit verlassen hatte. Friedrich reagierte nun mit einem persönlichen Artikel, in dem er seine Vorgehensweise verteidigte und anderen vorwarf, Falschinformationen zu verbreiten.

Die Kontroverse weitete sich aus, als ein namentlich nicht genannter Journalist mit 20 Jahren Berufserfahrung Friedrichs Führungsstil als selbstbezogen und reflexionslos kritisierte. Unterdessen stellte Franz Sommerfeld, eine weitere bekannte Medienpersönlichkeit, die politische Ausrichtung der Zeitung nach Reich-Osangs Ausscheiden infrage.

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Anja Reich-Osang, langjährige Chefreporterin der Berliner Zeitung, verließ das Blatt nach 30 Jahren Zugehörigkeit. Ihr Abgang wurde von Verleger Holger Friedrich als routinemäßige Personalentscheidung dargestellt. Kritiker hingegen sahen darin ein Zeichen für tiefgreifendere Veränderungen innerhalb der Redaktion.

Friedrich nutzte einen persönlichen Beitrag, um sich gegen das zu wehren, was er als "unobjektive Berichterstattung" des Medienportals kress bezeichnete. Er warf dem Medium vor, "Unsinn" über Reich-Osangs Abschied verbreitet und sogar falsche Behauptungen über seine Ehefrau in Umlauf gebracht zu haben. Zudem warnte er, dass solche Berichte den Mitarbeitenden des Berliner Verlagshauses schaden könnten.

Die Debatte nahm eine weitere Wendung, als ein erfahrener Medienjournalist – der anonym blieb – Friedrich ein "überdimensioniertes Ego" und die Unfähigkeit vorwarf, Kritik an der eigenen Person zuzulassen. Der Autor, der seit zwei Jahrzehnten im Beruf steht, unterstellte Friedrich, journalistische Praxis nur dann zu schätzen, wenn sie nicht gegen ihn selbst gerichtet sei.

Franz Sommerfeld fügte der Kritik hinzu, indem er die politische Haltung der Berliner Zeitung nach Reich-Osangs Abgang hinterfragte. Friedrich ging in seiner Stellungnahme jedoch nicht darauf ein, dass Sommerfelds Äußerungen privat und nicht die offizielle Position der Zeitung widerspiegelten.

Der Schlagabtausch hat die Spannungen zwischen Friedrich und Medienbeobachtern offengelegt. Seine Rechtfertigung der Personalentscheidung und die Vorwürfe gegen kress stehen im Widerspruch zu den Vorhaltungen über seine Führung und die künftige Ausrichtung des Blattes. Die Folgen des Streits zeigen sich im Gefolge von Reich-Osangs Abschied – ein bemerkenswerter Einschnitt in das langjährige Redaktionsteam der Zeitung.

Quelle