Neue Vorwürfe gegen Jens Spahn im Masken-Deal-Skandal der Pandemie
Neue Kritik richtet sich gegen den stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Jens Spahn wegen seiner Rolle bei den umstrittenen Maskenbeschaffungsdeals zu Beginn der COVID-19-Pandemie. Aktuelle Erkenntnisse legen systemische Versäumnisse des Logistikunternehmens Fiege offen, das unter Spahns Amtszeit als Gesundheitsminister den Zuschlag für den Auftrag erhalten hatte.
Die Opposition wirft der Regierung vor, ihr Wissen über die Mängel bei Fiege verschleiert zu haben, während Lieferanten weiterhin versuchen, über Klagewege Milliarden an ausstehenden Forderungen einzutreiben.
Die Bundesregierung hatte Fiege 2020 mit der Abwicklung der Maskenlieferungen beauftragt – auf direkte Initiative des damaligen Gesundheitsministers Jens Spahn. Von Anfang an kämpfte das Unternehmen mit grundlegenden Abläufen, darunter der Erfassung eingehender Lieferungen. Interne Berichte beschreiben die Dokumentation als größtenteils unvollständig, verzögert und fehlerhaft.
Lieferanten sahen sich schnell mit chaotischen Zuständen konfrontiert: Lastwagen stauten sich vor den Lagern von Fiege, weil das Benachrichtigungssystem mangelhaft war. In Spitzenzeiten blieben über 400 Lieferanfragen unbearbeitet, was zu massiven Verzögerungen führte. Mehr als 100 Unternehmen verklagten die Regierung später auf Milliardenbeträge, da sie durch Fieges Versagen auf ihren Kosten sitzenblieben.
Eine Untersuchung der Beratungsfirma EY ergab, dass das Missmanagement von Fiege ernsthafte Probleme in den Maskengeschäften verursacht hatte. Dennoch unternahm das Gesundheitsministerium nie Schritte, um Schadensersatzforderungen gegen das Unternehmen geltend zu machen. Aus Regierungsakten geht hervor, dass Beamte Fiege 1.060 separate Anfragen schickten – was die Vertragsbeendigungen und Zahlungen zusätzlich verzögerte.
Entgegen öffentlicher Aussagen belegen interne Dokumente, dass das Ministerium wusste, dass Lieferanten wegen Fieges Versagen mit Zahlungsverzögerungen zu kämpfen hatten. Die Regierung hatte sogar zugestimmt, Verzugsschäden für betroffene Unternehmen zu übernehmen.
Die Grünen reichten 90 detaillierte Fragen zu Spahns Beteiligung ein, doch die Antworten der Regierung blieben vage. Oppositionsabgeordnete wie Dr. Janosch Dahmen und Paula Piechotta werfen dem Ministerium seitdem vor, über das Ausmaß von Fieges Inkompetenz gelogen zu haben. Zudem kritisieren sie, dass Spahn politisch keine Konsequenzen tragen musste – er bekleidet nach wie vor eine Führungsposition in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Der Maskenskandal zieht sich weiter hin: Rechtliche Auseinandersetzungen laufen, und die Opposition fordert Aufklärung. Noch stehen gerichtliche Entscheidungen aus, die klären sollen, welche Summen die Regierung an die Lieferanten für ausstehende Forderungen erstatten muss.
Dokumente belegen, dass Beamte früh von Fieges Versagen wussten, jedoch keine Maßnahmen ergriffen, um Verluste zurückzufordern oder das Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen.






