Norbert Himmler bleibt trotz Kritik eine zweite Amtszeit ZDF-Intendant
Leni RichterNorbert Himmler bleibt trotz Kritik eine zweite Amtszeit ZDF-Intendant
Norbert Himmler bleibt für eine zweite Amtszeit Intendant des ZDF, nachdem der Rundfunkrat für seine Wiederwahl gestimmt hat. Die Bestätigung erfolgt trotz anhaltender Kritik an der sinkenden Relevanz des Senders und eines jüngsten Skandals um KI-generierte Bilder in der Nachrichtensendung heute journal. Die Entscheidung fiel ohne ernsthafte Konkurrenz für den Posten.
Himmlers Karriere beim ZDF erstreckt sich über mehr als 25 Jahre. Er begann als studentische Hilfskraft und freier Mitarbeiter, bevor er 1998 in das Volontariat des Senders eintrat. Im Laufe der Zeit bekleidete er Schlüsselpositionen, darunter Assistent des Chefredakteurs, Leiter der Programmplanung und Leiter der Fiction-Abteilung. Später führte er ZDFneo, bevor er 2021 Programmdirektor und im Jahr darauf Intendant wurde.
2014 setzte er als Programmdirektor die langjährige Unterhaltungsshow Wetten, dass..? ab. Doch 2021 holte er das Format zurück – zunächst bei RTL, dann unter seiner Führung beim ZDF. Die Neuauflage konnte jedoch nicht an frühere Erfolge anknüpfen. Die Zuschauerzahlen sanken von 4,96 Millionen (17,2 Prozent Marktanteil) in der ersten Folge auf unter zwei Millionen (8–10 Prozent) in späteren Staffeln. Medienanalysten wie Holger Kreiskott und Stefan Niggemeier kritisieren die Rückkehr der Show als überholt im heutigen, von Streaming dominierten Medienzeitalter.
Himmler studierte Politikwissenschaft und Germanistik an der Universität Mainz, wo auch der ZDF-Hauptsitz liegt, und promovierte dort. Sein Jahresgehalt als Intendant beträgt 372.000 Euro.
Der Rundfunkrat bestätigte Himmlers zweite Amtszeit am Freitag. Seine weitere Führung setzt eine Karriere fort, die ausschließlich beim ZDF verlief und von internen Beförderungen geprägt ist. Die Entscheidung spiegelt eine Kontinuität an der Spitze wider – trotz externer Kritik und sich wandelnder Medienlandschaften.