NRW-Polizei rüstet sich mit OSINT gegen digitale Kriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive für bessere Online-Ermittlungen
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten bei digitalen Ermittlungen deutlich auszubauen. Im Mittelpunkt steht Open Source Intelligence (OSINT) – eine Methode, bei der öffentlich zugängliche Daten, vor allem aus sozialen Medien, gesammelt und analysiert werden. Die Behörden bilden nun Beamte darin aus, Verdächtige aufzuspüren, darunter auch prominente Fälle wie einen gesuchten Influencer.
Den Auftakt der Expansion bildete im September 2024 das Projekt „Digitale Streife“. Dabei wurden zehn neue Ermittler beim Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf eingestellt, zusätzlich wurden fast 100 weitere Kräfte in sechs regionalen Behörden eingebunden. Das OSINT-Team des LKA, das einst nur aus zwei Personen bestand, ist mittlerweile zu einer 16köpfigen Abteilung angewachsen – mit IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftlern an Bord.
Fabian Coenen leitet die Abteilung 22.2 beim LKA und koordiniert dort die OSINT-Arbeit bei politisch motivierter Kriminalität. Parallel schult Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Regierungsausbilder, sowohl neue LKA-Mitarbeiter als auch Beamte der regionalen Digitalen Streifen. Sein Team entwickelte ein webbasiertes Programm, das sicherstellt, dass Ermittler Online-Recherchen fachgerecht und rechtlich einwandfrei durchführen.
Neben dem LKA unterstützen auch sechs Staatsschutzstellen mit OSINT-Kapazitäten bei dringenden Sicherheitslagen auf Bundesebene. Das Ziel ist klar: Die Polizei soll in die Lage versetzt werden, digitale Informationen schnell und sicher zu beschaffen und auszuwerten.
Die OSINT-Offensive markiert einen grundlegenden Wandel im Umgang der nordrhein-westfälischen Polizei mit digitalen Bedrohungen. Mit erweiterten Teams, spezialisierten Schulungen und behördenübergreifender Zusammenarbeit wollen die Ermittler ihre Fähigkeiten bei der Aufklärung von Internetstraftaten deutlich verbessern. Die Initiative spiegelt einen größeren Trend in der modernen Polizeiarbeit wider, in der digitale Kompetenzen zunehmend genauso wichtig werden wie klassische Ermittlungstechniken.






