Pflegeversicherung am Limit: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028
Matteo KrausePflegeversicherung am Limit: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028
Deutschlands Pflegeversicherung steht vor beispiellosen Belastungen
Nach 31 Jahren Betrieb bringen steigende Kosten und ungedeckte Finanzverpflichtungen das System an den Rand der Überlastung. Experten warnen: Ohne dringende Reformen drohen in den kommenden Jahren massive Finanzlücken.
Der Pflegeversicherungsfonds gibt bereits mehr aus, als er einnimmt. Die Eigenanteile der Versicherten sind an ihre Obergrenze gestoßen, doch selbst das reicht nicht, um die vollen Kosten der Langzeitpflege zu decken. Allein der Bund schuldet dem Fonds noch 5 Milliarden Euro aus unbezahlten COVID-19-Rückständen. Zudem blieb in diesem Jahr die Erstattung von rund 10 Milliarden Euro für Rentenbeiträge pflegender Angehöriger aus.
Auch die Bundesländer haben zentrale Ausgaben ignoriert. Weil sie sich an den Investitionskosten für Pflegeheime nicht beteiligen, müssen die Bewohner im Schnitt 500 Euro mehr pro Monat zahlen. Zusammen mit anderen Finanzlücken summiert sich das voraussichtliche Defizit für 2027 und 2028 auf 22,5 Milliarden Euro.
Gesundheitsministerin Nina Warken hat die Krise eingeräumt. Bis Mitte Mai will sie einen Gesetzentwurf für eine Pflegereform vorlegen, um die Zukunft des Systems zu sichern.
Die Pflegeversicherung bleibt ein zentraler Baustein der deutschen Sozialversicherung. Doch ihr finanzielles Überleben hängt davon ab, ausstehende Schulden zu begleichen, die Kostenexplosion zu bremsen und strukturelle Finanzierungslücken zu schließen. Ohne Gegenmaßnahmen werden sowohl die Versicherten als auch das System selbst in den nächsten Jahren noch stärker unter Druck geraten.






