04 May 2026, 08:17

Protest gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaschützer fordern Alternativen

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude mit Fenstern und Namensschildern auf dem Boden, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, während sie an einer Klimawandel-Demonstration in Berlin teilnehmen, die von Bäumen und einem klaren blauen Himmel umgeben ist.

Protest gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaschützer fordern Alternativen

Eine Gruppe von Umweltschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Mainz ausgesprochen. Die geplante Anlage, die auf der Überflutungsfläche Ingelheimer Aue entstehen soll, stößt bei Klimaschützern auf starken Widerstand. Zehn offizielle Einsprüche wurden bereits beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) eingereicht.

Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) planen, 44 Millionen Euro in das Projekt zu investieren. Kritiker argumentieren jedoch, dass dies die Stadt für Jahrzehnte an veraltete Gastechnologie binden würde. Maren Goschke vom BUND Mainz bezeichnete den Schritt als Rückschritt und warnte, dass er im Widerspruch zu Mainz’ Ziel stehe, bis 2035 klimaneutral zu werden.

Greenpeace Mainz-Wiesbaden teilte diese Bedenken und erklärte, das Kraftwerk könnte die Klimabemühungen der Stadt gefährden. Michael Lengersdorff, Sprecher von MainzZero, hinterfragte, wie KMW die neue Anlage mit den eigenen Klimazielen vereinbaren wolle. Er forderte offene Diskussionen über alternative Lösungen.

Das Bündnis wies auch die Behauptung von KMW zurück, die Anlage könne später auf Wasserstoff umgestellt werden. Es verwies auf Zweifel an der Machbarkeit, den Umweltauswirkungen und den Kosten einer solchen Umrüstung. Stattdessen verwiesen die Kritiker auf Batteriespeicher als erprobte und deutlich günstigere Alternative. Die Produktionskosten für Batteriesysteme seien in den letzten 15 Jahren drastisch gesunken – von etwa 1.300 Euro pro Kilowattstunde auf nur noch 90 Euro heute.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Einsprechenden drängen nun auf Gespräche mit KMW und der SGD Süd. Ihr Ziel ist es, klimaneutrale Alternativen zu prüfen und die öffentliche Unterstützung für eine nachhaltige Energiewende zu sichern.

Die Einsprüche verdeutlichen den Konflikt zwischen Mainz’ Klimazielen und seiner Energiestrategie. Angesichts der stark gesunkenen Kosten für Batterietechnologie bestehen die Aktivisten darauf, dass sauberere Alternativen Vorrang haben müssen. Die Genehmigungsbehörde wird die eingereichten Stellungnahmen nun prüfen, bevor über die Zukunft des Projekts entschieden wird.

Quelle