Robin Mesarosch will SPD in Baden-Württemberg nach Wahldebakel reformieren
Theo SchmidtSPD-Politiker Mesarosch wird nach Eklat Staatschef - Robin Mesarosch will SPD in Baden-Württemberg nach Wahldebakel reformieren
Robin Mesarosch hat sich als erster Bewerber um den Vorsitz der baden-württembergischen SPD beworben – nach dem enttäuschenden Abschneiden der Partei bei der jüngsten Landtagswahl. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete sorgte mit einer schonungslosen Kritik an Wahlkampf und Parteiführung für Aufsehen, die online viral ging.
Mesarosch zog 2021 in den Bundestag ein, doch seine frühere politische Laufbahn ist weniger dokumentiert. Zuvor leitete er als SPD-Kreisvorsitzender den Bezirksverband Sigmaringen, eine eher konservativ geprägte Region. Unter seiner Führung verzeichnete der Ortsverband das höchste relative Mitgliederwachstum im Land und erzielte starke Wahlergebnisse.
Nach der Landtagswahl verbreitete sich ein Video, in dem Mesarosch in einer scharfen Monolog die Versäumnisse der SPD anprangerte. Er forderte, die Partei müsse sich auf wenige Kernthemen konzentrieren, den Mitgliedern mehr Einfluss einräumen und ihre Kommunikation verbessern. Seine Reichweite in den sozialen Medien – 121.000 Follower auf Instagram – übertrifft mittlerweile die der Bundesvorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas.
Seine Kandidatur für den Landesvorsitz folgt auf monatelange interne Debatten über die Ausrichtung der Partei. Mesarosch positioniert sich als Reformer, der strukturelle Veränderungen statt kleiner Korrekturen anstrebt.
Mit seiner digitalen Präsenz und direkten Kritik setzt sich Mesarosch deutlich von der bisherigen Linie der baden-württembergischen SPD ab. Sollte er gewählt werden, übernähme er eine Partei, die noch mit den Folgen der Wahlniederlage ringt. Seine Reformvorschläge könnten den Kurs der SPD im Land neu prägen.






