07 April 2026, 10:16

Sachsen-Anhalt vereinfacht Geschlechtsanpassung – 976 Fälle seit November 2024

Schwarzes und weißes Porträt von Amelia Anhaltina, der Prinzessin von Nassau, mit einem menschlichen Gesicht und Text unten.

Sachsen-Anhalt vereinfacht Geschlechtsanpassung – 976 Fälle seit November 2024

In Sachsen-Anhalt erleichtert ein neues Gesetz die Änderung des rechtlichen Geschlechtseintrags. Seit November 2024 haben 976 Personen ihre offiziellen Unterlagen auf Basis des Selbstbestimmungsgesetzes aktualisiert. Die Reform stößt sowohl auf Zustimmung als auch auf Forderungen nach Nachbesserungen vonseiten der Behörden.

Das Gesetz schafft langwierige Begutachtungen ab und ermöglicht eine unkomplizierte Anpassung des Geschlechtseintrags. Laut Landesregierung handelt es sich bei den Antragstellenden fast ausnahmslos um Erwachsene. Der AfD-Abgeordnete Gordon Köhler wies darauf hin, dass etwa 40 der 976 Fälle Minderjährige betrafen, wobei der Großteil der Änderungen bei unter 18-Jährigen von weiblich zu männlich erfolgte.

Der Fachverband der Standesämter bewertet die Reform größtenteils als Erfolg. Dennoch bestehen Bedenken hinsichtlich möglicher Missbräuche. Bisher wurde ein Verdachtsfall von Fehlverhalten gemeldet.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In wenigen Einzelfällen haben Personen ihren Geschlechtseintrag ein zweites Mal ändern lassen. Der Landesregierung zufolge gab es vier solche Fälle, zu denen jedoch keine weiteren Details bekannt gegeben wurden. Aktuell wird über eine Verschärfung der Regelungen diskutiert. Ein Vorschlag sieht vor, dass Personen, die während ihrer Registrierung als Mann eine Straftat begangen haben, eine Wartefrist von fünf Jahren einhalten müssen, bevor eine erneute Änderung möglich ist.

Das Selbstbestimmungsgesetz hat Hunderten den bürokratiearmen Wechsel ihres rechtlichen Geschlechts ermöglicht. Zwar wird die Reform überwiegend positiv aufgenommen, doch beobachten die Behörden die Auswirkungen genau. Mögliche Anpassungen könnten strengere Bedingungen für künftige Änderungen vorsehen.

Quelle