Sachsens Apotheken sterben aus: Historischer Tiefstand bedroht ländliche Versorgung
Matteo KrauseSachsens Apotheken sterben aus: Historischer Tiefstand bedroht ländliche Versorgung
Apothekensterben in Sachsen: Zahl der öffentlichen Apotheken sinkt auf historischen Tiefstand
In Sachsen ist die Zahl der öffentlichen Apotheken im vergangenen Jahrzehnt drastisch gesunken. Bis Anfang 2026 werden voraussichtlich weniger als 900 übrig sein – das erste Mal, dass die Marke von 900 unterschritten wird. Göran Donner, Präsident des Sächsischen Apothekerverbandes, warnt vor den Folgen für die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen.
Zwischen 2016 und 2020 schloss in Sachsen jede 36. Apotheke ihre Pforten. Der Rückgang setzte sich fort: Von 2021 bis Ende 2025 folgten weitere 85 Schließungen. Allein im vergangenen Jahr stellten 13 Apotheken den Betrieb ein.
Donner sieht die Hauptursache für die Schließungswelle in den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Branche. Viele Apotheken könnten unter den aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen nicht mehr überleben. Hinzu kommt der Fachkräftemangel, der die Situation zusätzlich verschärft und den verbleibenden Apotheken die Arbeit erschwert.
Obwohl sich der Rückgang 2025 im Vergleich zu den Vorjahren leicht verlangsamte, bleibt die Lage nach Einschätzung Donners alarmierend. Er kritisiert die Bundesregierung, weil sie notwendige Anpassungen der Vergütungssätze verzögere – was die Krise weiter verschärfe. Nach dem geplanten Apothekenreformgesetz sollen nur noch wirtschaftlich stabile Apotheken erweiterte Gesundheitsleistungen anbieten dürfen – eine Hürde, die viele in Sachsen nicht nehmen können.
Der Verbandspräsident betont, dass ohne Gegenmaßnahmen die medizinische Grundversorgung in ländlichen Gebieten nicht mehr sicherzustellen sei. Weniger Apotheken bedeuten für Patienten längere Anfahrtswege und schlechteren Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten.
Mit weniger als 900 öffentlichen Apotheken hat Sachsen einen historischen Tiefstand erreicht. Wirtschaftlicher Druck und Personalmangel treiben weitere zur Aufgabe. Ohne Reformen bei Finanzierung und Förderung droht vor allem in ländlichen Regionen der Verlust einer flächendeckenden Arzneimittelversorgung.






