Scharrenbachs Ministerium in der Krise: Vorwürfe wegen toxischer Arbeitskultur
Nina BrandtScharrenbach bietet Mitarbeitern Gespräche nach Vorwürfen - Scharrenbachs Ministerium in der Krise: Vorwürfe wegen toxischer Arbeitskultur
NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach steht in der Kritik, in ihrem Ministerium ein toxisches Arbeitsklima gefördert zu haben. Berichten zufolge herrscht dort ein Klima der Angst und Einschüchterung – die Ministerin selbst hat sich inzwischen direkt mit betroffenen Mitarbeitenden ausgetauscht.
Die Vorwürfe wurden bekannt, nachdem interne Beschwerden bis in die höchste Ebene vordrangen, darunter auch an den Chef der Staatskanzlei.
Im Januar 2025 hatte ein Personalvertreter Nathanael Liminski, den Leiter der Staatskanzlei, über Fehlverhalten in Scharrenbachs Ministerium informiert. Die Anschuldigungen umfassten Mobbing und eine bedrückende Atmosphäre; ein hochrangiger Beamter soll gesagt haben: "Diese Frau hat mich zerstört." Das Magazin Der Spiegel veröffentlichte später Auszüge aus einem internen Schreiben, in dem von einer Kultur der "Angst und Einschüchterung" die Rede war.
Liminski bestätigte, dass bereits früh in der Legislaturperiode Fragen zur Führung in der Abteilung für digitale Verwaltung aufkamen. Diese Bedenken seien mit Scharrenbach und dem Staatssekretär Daniel Sieveke erörtert worden. Die Ministerin räumte ein, ihr persönlicher Führungsstil "nicht immer jedem Mitarbeitenden gerecht" geworden sei.
Als Reaktion kündigte Scharrenbach konkrete Maßnahmen an, um die Führungsprozesse zu verbessern. Dazu gehören gemeinsame Gespräche mit betroffenen Beschäftigten und eine stärkere Einbindung des Personalrats. Zudem bot sie persönliche Gespräche mit denen an, die sich benachteiligt fühlen – ein Eingeständnis der Kritik an ihrem Führungsverhalten.
Die Vorwürfe haben formelle Schritte zur Reform der Arbeitskultur im Ministerium ausgelöst. Scharrenbachs geplante Änderungen zielen auf mehr Transparenz und direkten Austausch mit den Mitarbeitenden ab. Ob die Maßnahmen greifen, wird davon abhängen, wie gezielt sie die dokumentierten Probleme angehen.






