Spritrabatt entlastet vor allem Besserverdiener – warum die Regelung scheitert
Theo SchmidtSpritrabatt entlastet vor allem Besserverdiener – warum die Regelung scheitert
Deutschlands Spritrabatt trat am 1. Mai 2023 in Kraft – mit dem Ziel, Autofahrerinnen und Autofahrer zu entlasten. Die Maßnahme senkte die Preise an den Tankstellen zwar vorübergehend, doch erste Daten zeigen: Die Vorteile verteilen sich ungleich. Haushalte mit höherem Einkommen, die in der Regel mehr für Sprit ausgeben, profitieren am stärksten von der Regelung.
Die Regierung hatte einen festen Abschlag von 17 Cent pro Liter für sowohl Diesel als auch Superbenzin festgelegt. In den ersten drei Tagen gaben die Tankstellen jedoch im Schnitt nur 4 Cent Rabatt pro Liter Diesel weiter. Bei Superbenzin fiel die Preissenkung mit rund 12 Cent pro Liter deutlich höher aus.
Forschende des Ifo-Instituts verfolgten diese Entwicklungen mithilfe von Echtzeitdaten. Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für öffentliche Finanzen, erklärte, dass die geringe Weitergabe des Rabatts bei Diesel mit der starken Abhängigkeit Deutschlands von Kraftstoffimporten zusammenhängen könnte. Zudem hätten Lieferengpässe dazu geführt, dass der Rabatt kaum Auswirkungen auf den Gesamtverbrauch von Diesel und Benzin habe.
Kritiker verweisen auf ein weiteres Problem: Die Maßnahme sei zu undifferenziert. Statt gezielt einkommensschwächere Haushalte zu entlasten, die finanzielle Unterstützung am dringendsten benötigen, kommt der Rabatt allen Autofahrern gleichermaßen zugute. Die Folge: Wer mehr tankt – oft Besserverdiener – spart auch am meisten.
Zwar hat der Spritrabatt die Preise gesenkt, doch seine Wirkung bleibt ungleich. Dieselkunden profitieren weniger, während die pauschale Ausgestaltung der Regelung vor allem wohlhabendere Haushalte begünstigt. Ohne Nachbesserungen könnte das aktuelle System sein eigentliches Ziel weiterhin verfehlen.






