25 March 2026, 00:18

Stada-Übernahme 2017: Ex-Aktionäre kämpfen um Millionen-Nachzahlungen vor Gericht

Fotorahmen mit einem Blatt Papier, auf dem "J.R. Roberts, Inc." steht und numerische Daten wie ein Aktienschein aussehen.

Stada-Übernahme 2017: Ex-Aktionäre kämpfen um Millionen-Nachzahlungen vor Gericht

Im langjährigen Rechtsstreit um die Übernahme von Stada im Jahr 2017 gibt es neue Entwicklungen. Ehemalige Aktionäre kämpfen weiterhin um zusätzliche Entschädigungszahlungen – derzeit sind noch 44 Verfahren beim Oberlandesgericht Frankfurt (OLG) anhängig. Aktuelle Urteile fielen größtenteils zugunsten der Kläger aus, auch wenn weitere Revisionen noch möglich sind.

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2017 hatten die Private-Equity-Gesellschaften Bain Capital und Cinven ein öffentliches Übernahmeangebot für Stada vorgelegt und dabei 42,00 Euro pro Aktie geboten. Später wurde der Deal von Aktionären angefochten, die auf höhere Abfindungen pochten. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied, dass die unwiderrufliche Zusage von Nidda Healthcare an den Investor Elliott rechtlich als Erwerb zu werten sei – und verpflichtete Nidda daher, die Differenz zwischen dem Angebotspreis und der garantierten Mindestsumme von 74,40 Euro pro Aktie auszugleichen.

Ein in Luxemburg ansässiger Vermögensverwalter fordert nun rund 4,7 Millionen Euro – die Lücke zwischen dem ursprünglichen Übernahmepreis von 66,25 Euro und den zugesicherten 74,40 Euro. Ein weiterer Aktionär verlangt knapp 140.000 Euro zuzüglich Zinsen seit Ende August 2017. Das OLG wies kürzlich eine Berufung von Nidda zurück und begründete dies damit, dass der Anspruch nicht verjährt sei und Nidda durch die Berufung auf Verjährungsfristen in einem anderen Fall böswillig gehandelt habe.

Unterdessen hat sich die Eigentümerstruktur von Stada verändert: Nach acht Jahren stiegen Bain und Cinven aus, während CapVest Partners mit 68 Prozent neuer Mehrheitsgesellschafter wurde. Bain und Cinven halten gemeinsam noch 31 Prozent, das Management die verbleibenden 1 Prozent.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig, da weitere Revisionen in Rechtsfragen eingereicht werden können. Die juristischen Auseinandersetzungen gehen auf die Stada-Übernahme von 2017 zurück, wobei Gerichte wiederholt die Forderungen der Aktionäre nach höheren Abfindungen bestätigten. Zwar hat sich die Eigentümerschaft seitdem gewandelt, doch die finanziellen Streitigkeiten bleiben ungelöst. Eventuelle abschließende Vergleiche könnten Präzedenzcharakter für ähnliche Fälle bei künftigen Unternehmensübernahmen haben.

Quelle