07 May 2026, 14:17

Theaterabend zwischen Apokalypse, nackter Wahrheit und einem Buh-Ruf

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" mit sichtbarem Text und einem Logo auf der Seite.

Theaterabend zwischen Apokalypse, nackter Wahrheit und einem Buh-Ruf

Ein jüngster Theaterbesuch entwickelte sich zu einer unerwarteten Herausforderung. Das Stück, das sich mit Themen wie Apokalypse, Durchhaltevermögen und Gemeinschaft beschäftigte, beeindruckte durch seine atemberaubende Optik. Doch die eigentliche Probe kam von einem Schauspieler, der für seine Auftritte im Adamskostüm bekannt ist – und meiner tiefen Abneigung gegen diese Idee.

Die Inszenierung stammte zwar nicht von René Pollesch, doch ihr mutiger Stil hätte durchaus von ihm sein können. Während der Vorstellung blieb das Publikum gebannt – bis auf einen einzelnen Zuschauer neben mir, der plötzlich ein wütendes Buh auf die Bühne rief. Am Ende jedoch brandete begeisterter Applaus auf.

Zuvor hatte ich meine Angst gestanden, den Hauptdarsteller zu sehen, der oft nackt und dabei aus der Rolle fällt. Freunde, die meine Unbehaglichkeit mitbekamen, schlugen eine radikale Lösung vor: eine Desensibilisierungstherapie. Ihr Plan umfasste zwei Schritte. Zuerst sollte ich jede Aufführung des nackten Schauspielers besuchen. Dann, um mich weiter zu fordern, müsste ich jeden FKK-Strand an Nord- und Ostsee abklappern.

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Nach dem Stück brauchten wir etwas Leichtes, um abzuschalten. Also schauten wir uns Frühling für Hitler von Mel Brooks an, um die angespannte Stimmung loszuwerden. Ein Freund hatte mich zuvor gefragt, ob ich die neueste Produktion in einem anderen großen Berliner Theater gesehen hätte. Doch diese Erfahrung reichte erst einmal völlig aus, um zu verarbeiten.

Das Stück hinterließ einen starken Eindruck – sowohl durch seine eindrucksvolle Bildsprache als auch durch die persönliche Herausforderung, die es für mich darstellte. Der begeisterte Schlussapplaus des Publikums bestätigte seine Wirkung, auch wenn ein einziger Störenfried anderer Meinung war. Die Desensibilisierungsstrategie bleibt derweil ein Work in Progress – beginnend mit weiteren Theaterbesuchen und irgendwann vielleicht doch mit jenen Stränden.

Quelle