Wahlrechtsreform in Baden-Württemberg erhöht Frauenanteil im Landtag leicht
Theo SchmidtSo viele Frauen sitzen im neuen Landtag im Südwesten - Wahlrechtsreform in Baden-Württemberg erhöht Frauenanteil im Landtag leicht
Die Landtagswahl 2021 in Baden-Württemberg brachte Veränderungen bei der Auswahl politischer Kandidaten mit sich. Eine neue Wahlrechtsreform verlagerte die Entscheidungsmacht von den lokalen Wahlkreisen hin zu den zentralen Parteigremien. Das Ziel war klar: der Anteil der Frauen im Landtag sollte steigen.
Vor der Reform basierte die Kandidatenaufstellung stark auf den Nominierungen in den 70 Wahlkreisen. Dieses System begünstigte oft langjährige männliche Amtsinhaber, die im Volksmund als Platzhirsche bekannt sind. In der Folge stellten Frauen in der vorherigen Legislaturperiode nur etwa 33 Prozent der Abgeordneten.
Die Reform von 2022 führte Landeslisten ein und gab den Landesparteivorständen mehr Einfluss auf die Reihenfolge der Kandidaten. Parteien wie die Grünen, die CDU und die SPD reagierten, indem sie die ersten zehn Listenplätze paritätisch zwischen Männern und Frauen aufteilten. Die Grünen gingen als knappe Wahlgewinner hervor – mit 30,2 Prozent der Zweitstimmen, knapp vor der CDU, die auf 29,7 Prozent kam.
Die Änderungen zeigten Wirkung: Der Frauenanteil im neuen Landtag liegt nun bei 33,8 Prozent, ein leichter Anstieg gegenüber den 32,9 Prozent der vorherigen Periode. Zwar ist die Steigerung moderat, doch die Reform markiert einen Wandel in der Art und Weise, wie im Land über Kandidaturen entschieden wird.