08 April 2026, 04:14

Warum Unternehmen trotz Fachkräftemangel keine Bewerber finden – und was sie falsch machen

Blauer Hintergrund mit einem zentralen Gebäude und dem Text "Unter Bidenomics hat die Arbeitslosenquote 21 Monate in Folge unter 4% gelegen. Das ist die längste Phase in über 50 Jahren."

Warum Unternehmen trotz Fachkräftemangel keine Bewerber finden – und was sie falsch machen

Viele Unternehmen haben trotz eines vorhandenen Arbeitskräfteangebots Schwierigkeiten, neues Personal einzustellen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Firmen die Lohnniveaus oft falsch einschätzen – mit der Folge, dass Stellen länger unbesetzt bleiben und die Gehaltsforderungen steigen. Besonders betroffen sind schnell wachsende Unternehmen und kleinere Betriebe.

Im Januar 2026 gaben 88 Prozent der Kleinunternehmen an, kaum oder gar keine qualifizierten Bewerber für offene Stellen zu finden. Doch Benjamin Friedrich, Associate Professor an der Kellogg School of Management, betont, dass es sehr wohl Arbeitssuchende gebe – die Unternehmen schafften es schlicht nicht, sie anzuziehen. Die Wirtschaftstheorie legt nahe, dass höhere Löhne das Problem lösen könnten, doch die Firmen zögern, diesen Schritt zu gehen.

Häufig setzen Unternehmen die Löhne zu niedrig an und zögern Korrekturen hinaus, wodurch sich die Personalengpässe verfestigen. Sobald die Bezahlung einmal erhöht wurde, ist eine spätere Senkung kaum noch durchsetzbar – was Arbeitgeber zusätzlich zögern lässt. Besonders ausgeprägt ist diese Zurückhaltung bei Randpositionen, die weniger eng mit dem Kerngeschäft verknüpft sind.

Kleinere Betriebe haben zudem größere Schwierigkeiten, an verlässliche Lohndaten zu kommen. Eine weniger konzentrierte Belegschaft erschwert die Lohnfindung zusätzlich, da Unternehmen kaum Einblick in die Gehälter der Konkurrenz haben. Zudem fürchten sie, dass höhere Löhne für Neuanstellungen Forderungen der bestehenden Belegschaft nach sich ziehen könnten.

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Die Informationslücken verlängern die Einstellungsprobleme und treiben die Löhne letztlich nach oben. Investitionen in Tools zur Lohnanalyse könnten Unternehmen helfen, schneller zu reagieren. Auch die Politik könnte unterstützen, indem sie die öffentliche Lohnberichterstattung verbessert – mit aktuelleren und umfassenderen Daten.

Die Rekrutierungsschwierigkeiten resultieren aus verzögerten Lohnanpassungen und begrenzten Markteinblicken der Unternehmen. Besonders stark betroffen sind schnell wachsende Firmen, bei denen lange Suchphasen zu höheren Gehaltsforderungen führen. Ein besserer Datenzugang und proaktivere Lohnstrategien könnten die Probleme langfristig entschärfen.

Quelle