Wirtschaftsexperte warnt vor neuer Krise durch Golfkonflikt und fordert EU-Hilfen
Leni RichterWirtschaftsexperte warnt vor neuer Krise durch Golfkonflikt und fordert EU-Hilfen
Deutschlands führender Wirtschaftsexperte, Achim Truger, warnt vor einer neuen Wirtschaftskrise, die durch steigende Preise im Zuge des Golfkonflikts ausgelöst werden könnte. Er fordert nun eine entschlossene makroökonomische Reaktion von der EU sowie den nationalen Regierungen. Zu seinen Vorschlägen gehören vorübergehende finanzielle Entlastungen und grundlegende politische Kurswechsel, um Haushalte und Unternehmen vor weiteren Belastungen zu schützen.
Trugers Warnungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Europa noch immer mit den Folgen der russischen Gaskürzungen von 2022 kämpft. Zwar haben sich die deutschen Gaspreise inzwischen stabilisiert – sie liegen im März 2026 bei 11,06 Cent pro Kilowattstunde –, doch bleiben sie über dem Niveau vor 2022. Höhere CO₂-Steuern, die mittlerweile bis zu 65 Euro pro Tonne betragen, sowie die verringerten russischen Lieferungen belasten weiterhin die Kosten.
Um eine Lohn-Preis-Spirale zu verhindern, plädiert Truger für ein abgestimmtes Vorgehen von Regierungen und Sozialpartnern. Er schlägt eine steuer- und sozialabgabenfreie Inflationsausgleichsprämie vor, um die finanzielle Belastung der Arbeitnehmer zu mildern. Ein weiterer zentraler Vorschlag ist die Wiedereinführung von Preisbremsen für Gas, Öl und Strom sowie strenge Preisobergrenzen, um übermäßige Preisanstiege bei Grundgütern einzudämmen.
Darüber hinaus spricht sich Truger für eine Aussetzung der Schuldenbremse aus, um gezielte, zeitlich befristete Hilfsmaßnahmen zu finanzieren. Durch die Aktivierung der Notfallklausel der Schuldenbremse könnte die EU seiner Meinung nach Mitgliedstaaten mit schwächeren Haushaltsmitteln entlasten. Zudem könnte ein gut konzipiertes Krisenpaket der Europäischen Zentralbank helfen, unnötige Zinserhöhungen zu vermeiden.
Ohne entschlossenes Handeln, so Truger, drohe der globalen Wirtschaft ein weiterer schwerer Abschwung.
Seine Vorschläge zielen darauf ab, kurzfristige Entlastung mit langfristiger Stabilität zu verbinden – mit besonderem Fokus auf einkommensschwache Haushalte und kritische Lieferketten. Die von Truger unterbreiteten Empfehlungen erfordern eine enge Zusammenarbeit zwischen EU-Institutionen, nationalen Regierungen und Finanzaufsichtsbehörden. Bei Umsetzung könnten Maßnahmen wie Preisdeckel, die Aussetzung von Schuldenregeln und Inflationsausgleichsprämien die Märkte stabilisieren und Verbraucher schützen. Der Erfolg eines solchen Plans hinge jedoch von schneller Abstimmung und anhaltendem politischen Willen ab.






