ZDK reformiert sich radikal – doch der Streit mit dem ZVK bleibt ungelöst
Leni RichterZDK reformiert sich radikal – doch der Streit mit dem ZVK bleibt ungelöst
Deutschlands Autohandelsverband ZDK reformiert Strukturen für mehr Transparenz und Mitgliederbeteiligung
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat seine internen Strukturen grundlegend umgestaltet, um Transparenz und Einbindung der Mitglieder zu stärken. Die im Januar 2024 eingeführten Reformen markieren einen deutlichen Bruch mit früheren Gepflogenheiten – und vertiefen zugleich die Spannungen mit dem rivalisierenden Verband ZVK.
Den Anfang machten eine vollständige Trennung vom ZVK und das Ende der jahrzehntelangen Praxis gemeinsamer Personalbesetzungen in den Gremien. Das neue System setzt auf direkte Kommunikation mit Werkstätten und Händlern: Statt indirekter Vertretung kommen nun digitale Plattformen und regelmäßige virtuelle Bürgerversammlungen zum Einsatz. Ausschüsse übernehmen rein beratende Funktionen, um widersprüchliche öffentliche Stellungnahmen zu vermeiden und Entscheidungsprozesse klarer zu gestalten.
Auch die Mitgliedschaftsregeln wurden überarbeitet. Ein Sitz im Vorstand muss künftig mit einem Vertreter der Handwerksführung besetzt werden, Personalentscheidungen trifft die Mitgliederversammlung. Zudem hat der ZDK neue Wege geschaffen, damit Werkstätten direkt mit der Bonner Zentrale in Kontakt treten können – und lokale Innungen nicht isoliert werden.
Die Konflikte zwischen ZDK und ZVK hatten sich monatelang zugespitzt. Im Oktober 2025 forderte der ZVK 95 Prozent der ZDK-Mitgliedsbeiträge ein, was zu juristischen Auseinandersetzungen führte. Zwar ist der Streit um Prüfgebühren inzwischen abgeebbt, doch tiefere Meinungsverschiedenheiten bleiben ungelöst. Der ZDK signalisiert zwar Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem ZVK – allerdings nur unter Anerkennung des neuen Rahmens.
Für die Zukunft plant der ZDK, in den von der Spaltung betroffenen Regionen stärker präsent zu sein und die Gründe sowie mögliche Folgen eines vollständigen Austritts zu erläutern.
Die Januar-Reformen haben die Arbeitsweise des ZDK grundlegend verändert: Transparenz und direkte Mitgliederansprache stehen nun im Mittelpunkt. Die juristischen Auseinandersetzungen mit dem ZVK dauern zwar an, doch die Tür für eine künftige Kooperation unter den neuen Bedingungen bleibt offen. Ziel der Änderungen ist es, den Verband zu stabilisieren und langjährige Branchenkonflikte zu entschärfen.