27 April 2026, 12:22

111 Jahre nach dem Völkermord an den Armeniern: Warum Schulen das Thema noch immer ignorieren

Eine detaillierte Karte von Anatolien und Armenien auf Papier, mit Text und geografischen Merkmalen wie Flüssen, Bergen und Städten annotiert.

111 Jahre nach dem Völkermord an den Armeniern: Warum Schulen das Thema noch immer ignorieren

In diesem Jahr jährt sich der Völkermord an den Armeniern zum 111. Mal – ein Verbrechen, bei dem im Osmanischen Reich etwa 1,5 Millionen Armenier ermordet wurden. Trotz Forderungen nach einer Aufarbeitung des Themas im Unterricht wird es in vielen Schulen nach wie vor nicht behandelt. Lehrer verweisen oft auf überfüllte Lehrpläne, Zeitmangel und begrenzte Ressourcen als Gründe für die Auslassung.

2016 verabschiedete der Deutsche Bundestag eine Resolution, die Schulen aufforderte, den Völkermord an den Armeniern in ihre Lehrpläne aufzunehmen. Doch Jahre später fehlt das Thema in vielen Klassenzimmern weiterhin. Die eigene historische Verstrickung Deutschlands in den Genozid unterstreicht die Dringlichkeit einer besseren Vermittlung des Stoffs.

Um diese Lücke zu schließen, veröffentlichte der Reclam Verlag im März Laura Cwiertnias Roman "Auf der Straße haben wir andere Namen" als Pflichtlektüre für Schulen. Das Buch setzt sich mit den Themen Völkermord, Überleben und den Erfahrungen türkischer Gastarbeiter in Deutschland auseinander. Die Literaturwissenschaftlerin Swantje Ehlers steuerte ergänzende Kommentare und Kontextmaterialien bei, um den Einsatz im Unterricht zu unterstützen.

Pädagogen schlagen vor, dass der Deutschunterricht einen emotionalen und reflektierenden Zugang zum Thema bieten könnte. Durch Romane wie den von Cwiertnia könnten Lehrer einen niedrigschwelligeren Einstieg finden, um über die Geschichte und die bis heute nachwirkenden Folgen des Genozids zu sprechen.

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Der Völkermord an den Armeniern bleibt ein zentraler, aber oft vernachlässigter Bestandteil der historischen Bildung. Mit Materialien wie Cwiertnias Roman stehen Schulen nun mehr Werkzeuge zur Verfügung, um das Thema zu behandeln. Die Bundestagsresolution und anhaltende Initiativen unterstreichen die Notwendigkeit verbindlicher Unterrichtseinheiten zum Genozid an deutschen Schulen.

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