AfD in Rheinland-Pfalz: Warum die Hochrechnung nach der Briefwahl korrigiert wurde
Nina BrandtAfD in Rheinland-Pfalz: Warum die Hochrechnung nach der Briefwahl korrigiert wurde
Erste Hochrechnungen zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz sahen die Alternative für Deutschland (AfD) zunächst bei 20 Prozent. Im Laufe des Abends zeigte das Endergebnis dann 19,5 Prozent für die Partei – was Vorwürfe von Unregelmäßigkeiten auslöste. Ein Facebook-Nutzer warf Wahlfälschung vor und verwies auf die Verschiebung nach der Auszählung der Briefwahlstimmen.
ARD und ZDF hatten ihre ersten Prognosen auf Basis von Exit-Polls und Teilergebnissen veröffentlicht. Die Daten von ARD stammten von Infratest Dimap, während ZDF sich auf die Forschungsgruppe Wahlen stützte. Beide Modelle berücksichtigen, dass einige Wähler Exit-Polls meiden oder per Briefwahl abstimmen.
Briefwähler tendieren eher zu Parteien wie CDU, FDP und Grünen als zur AfD. deren Anhänger Briefwahlen oft misstrauen und diese seltener nutzen. Dieser Unterschied im Wahlverhalten kann zu Abweichungen zwischen den ersten Hochrechnungen und dem endgültigen Ergebnis führen.
Die Wahlbeteiligung lag 2021 bei 64,3 Prozent – niedriger als in früheren Jahrzehnten (1987: 77,0 Prozent, 1996: 70,8 Prozent, 2016: 70,4 Prozent). Allerdings stieg sie im Vergleich zu den Tiefstwerten von 58,2 Prozent (2006) und 62,1 Prozent (2001) wieder an. Bis 2026 kletterte sie weiter auf 68,5 Prozent.
Exit-Polls erfassen tatsächliche Stimmen, keine hypothetischen Präferenzen. Doch eine hohe Briefwahlbeteiligung kann die Prognosen erschweren, da diese Stimmen später ausgezählt werden und sich oft von den Ergebnissen der Urnenwahl unterscheiden.
Das Endergebnis der AfD in Rheinland-Pfalz lag bei 19,5 Prozent – leicht unter der ursprünglichen Prognose von 20 Prozent. Die Abweichung ging auf die Briefwahlstimmen zurück, die typischerweise seltener an die Partei gehen. Behörden bestätigten, dass es keine Hinweise auf Manipulationen gebe, und führten die Veränderung auf normale Unterschiede im Wahlverhalten zurück.






