AfD nutzt Berliner Messergewalt als Wahlkampfthema und fordert mehr Transparenz
Nina BrandtAfD nutzt Berliner Messergewalt als Wahlkampfthema und fordert mehr Transparenz
Der Berliner Landesverband der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) hat die steigende Messergewalt ins Zentrum seines Wahlkampfs gerückt. Parteivertreter werfen der regierenden Koalition vor, zentrale Details zu Gewaltverbrechen – darunter die Nationalitäten der Tatverdächtigen – zu verschleiern. Die Forderung nach mehr Transparenz kommt zu einer Zeit, in der die Polizei einen kontinuierlichen Anstieg von Messer- und Schusswaffenangriffen in der Hauptstadt verzeichnet.
Laut Polizeistatistik gab es 2024 in Berlin 3.412 Messerangriffe – ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bundesweit registrierte das Bundeskriminalamt (BKA) im selben Zeitraum über 29.000 messerbezogene Straftaten. Wie viele dieser Fälle zu Verurteilungen führten, lässt sich jedoch nicht genau beziffern, da die Polizeidaten erfasste Vorfälle und nicht Gerichtsurteile abbilden.
Die AfD hat eine digitale Anwendung namens "Messer-App" gestartet, um das Ausmaß des Problems zu veranschaulichen. Diese zeigt die Zahl der polizeilich erfassten Messerangriffe der letzten 30 Tage – inklusive Verletzungen – an und verortet die Tatorte auf einer Karte. Die Partei argumentiert, dass ein Vergleich der Polizeimeldungen mit der offiziellen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erhebliche Transparenzlücken aufdeckt.
Auch die Schusswaffengewalt hat zugenommen: 2025 verzeichnete die Statistik einen Anstieg um 68 Prozent bei Waffenstraftaten. Als Reaktion richteten die Behörden drei Waffen- und Messerbeschränkungszonen ein und setzten Spezialeinheiten der Polizei ein. Dennoch gehört Berlin zu den wenigen Bundesländern, die die Nationalitäten von Tatverdächtigen bei Messerangriffen nicht veröffentlichen – eine Praxis, die die AfD nun gezielt angreift.
Die Fraktionsvorsitzende der AfD, Kristin Brinker, wirft der Koalition vor, entscheidende Informationen vorzuenthalten. Die Partei behauptet, ihre neu veröffentlichte Übersicht zu Messerangriffen werde die Regierung zwingen, weitere Daten offenzulegen – darunter auch die Herkunft der Tatverdächtigen.
Der Wahlkampf der AfD setzt die Berliner Regierung unter Druck, mehr Details zu Gewaltverbrechen preiszugeben. Angesichts der steigenden Messerangriffe und der drastisch gestiegenen Waffendelikte dürfte die Debatte über Transparenz in der Kriminalitätsberichterstattung weiter an Fahrt aufnehmen. Zwar haben die Behörden bereits verschärfte Maßnahmen ergriffen, doch die Forderungen der AfD nach umfassenderen Daten könnten künftige politische Entscheidungen prägen.






