20 March 2026, 20:27

Apotheken in Baden-Württemberg streiken für faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen

Schwarz-weiß-Werbung fär eine Apotheke in Rom, die einen Mann und eine Frau nebeneinander zeigt, mit Text, der die Apotheke und ihre Dienstleistungen beschreibt.

Apotheken in Baden-Württemberg streiken für faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen

Apotheken in Baden-Württemberg protestieren für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen

In ganz Baden-Württemberg beteiligen sich Apotheken an einer Protestaktion, um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu fordern. Die von der Landesapothekerverband (LAV) organisierte Aktion stößt auf breite Resonanz – wenn auch nicht alle Standorte vollständig schließen konnten. Notdienste bleiben aufrechterhalten, doch viele Mitarbeiter schließen sich den Demonstrationen an, um längst überfällige Reformen der Gebührenordnung voranzutreiben.

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Die LAV-Geschäftsstelle in Pforzheim hat Apotheken-Teams aufgerufen, sich vor der Christoph-Apotheke zu einer öffentlichen Kundgebung zu versammeln. Christian Kraus, der regionale Vorsitzende, rief die Beschäftigten dazu auf, in Arbeitskleidung zu erscheinen und Schilder mitzubringen, um Solidarität zu zeigen. Es habe großen Aufwand bedeutet, fast alle Apotheken zum Schließen zu bewegen, betonte Kraus und unterstrich die Bedeutung des Zusammenhalts während des Protests.

In Pforzheim bleibt die Christoph-Apotheke aufgrund des Notdienstes von Andreas Plommer geöffnet. Plommer hatte gehofft, dass sich alle Notdienst-Apotheken am Streik beteiligen, um den Druck auf die Behörden zu erhöhen. Stattdessen setzte er zusätzliche Kräfte ein – fünf am Morgen und vier am Nachmittag –, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Proteste zu unterstützen.

Die letzte Anpassung der Apothekengebühren liegt mehr als 20 Jahre zurück; 2013 gab es lediglich eine minimale Erhöhung um 25 Cent. Plommer bezeichnete dies als unbedeutend und argumentierte, ein vollständiger Schließung aller Apotheken hätte ein stärkeres Signal gesendet. Er wies darauf hin, dass die stationäre Patientenversorgung im Krankenhaus deutlich teurer sei als die Leistungen der Apotheken – das aktuelle System sei daher nicht mehr tragbar.

Die Apothekerkammer Baden-Württemberg untersagte vollständige Schließungen mit der Begründung, es gebe keine rechtliche Grundlage nach den Vorgaben des Sozialministeriums. Dennoch rechnete die LAV mit einer breiten Beteiligung: Viele Apotheken entschieden sich für Teilschließungen oder zeigten Protestplakate.

Der Protest spiegelt die wachsende Verärgerung unter Apothekenmitarbeitern über stagnierende Löhne und veraltete Gebührenstrukturen wider. Notdienst-Apotheken bleiben in Betrieb, um die Versorgung der Patienten sicherzustellen. Die Organisatoren hoffen, dass die Demonstration die Behörden zum Handeln bewegt und die langjährigen Probleme des Sektors endlich angegangen werden.

Quelle