Apotheken kämpfen mit explodierenden Personalkosten bis 2027 ohne Entlastung
Matteo KrauseApotheken kämpfen mit explodierenden Personalkosten bis 2027 ohne Entlastung
Deutsche Apotheken stehen vor steigenden Kosten – und eine baldige Entlastung ist nicht in Sicht. Lohnerhöhungen für das Personal und ein höherer Mindestlohn belasten die Finanzen zusätzlich, während Anpassungen der öffentlichen Erstattungssätze weiterhin ausbleiben. Die Lage wird sich weiter verschärfen, denn für 2026 und 2027 stehen weitere Gehaltserhöhungen und neue Tarifverhandlungen an.
Seit Juli 2024 erhalten Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) schrittweise höhere Löhne gemäß dem Gehaltstarifvertrag. Ihr Gehalt stieg zum 1. Juli 2024 um 150 Euro, gefolgt von weiteren 100 Euro sowie einer Erhöhung um 3,0 Prozent ab dem 1. Januar 2026 – allerdings gelten diese Anpassungen nicht für Nordrhein und Sachsen. Gleichzeitig stieg der gesetzliche Mindestlohn auf 13,90 Euro, was jede Apotheke jährlich mit rund 700 Euro zusätzlich belastet. Zwar waren nur wenige Mitarbeiter direkt von dieser Erhöhung betroffen, doch die gesamte Lohnkostenlast stieg im Schnitt um etwa 9.500 Euro pro Jahr.
Der aktuelle Tarifvertrag mit dem Tarifverband der Apothekenleiter (TGL) in Nordrhein-Westfalen läuft noch bis zum 30. Juni 2026. Danach will die Gewerkschaft Adexa die Verhandlungen wiederaufnehmen. Weitere Lohnerhöhungen sind bereits geplant, darunter eine Anhebung des Mindestlohns auf 14,60 Euro zum 1. Januar 2027 – ein Plus von 17,6 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Da die öffentlichen Erstattungssätze für Apotheken seit den Tarifgesprächen 2024 unverändert bleiben, wird sich die finanzielle Belastung der Branche voraussichtlich fortsetzen.
Zusätzlichen Druck übt der Adexa-ADA-Tarifvertrag aus, der am 31. Dezember 2026 ausläuft. Kurz danach dürften neue Verhandlungen beginnen, die möglicherweise zu weiteren Kostensteigerungen für die Apotheken führen.
Die Branche kämpft mit höheren Personalkosten, ohne dass es Ausgleichsanpassungen bei den Erstattungssätzen gibt. Durch Mindestlohnerhöhungen und anstehende Tarifrunden wird der finanzielle Druck bis 2027 anhalten. Eine Entlastung in absehbarer Zeit ist nicht in Sicht – die Apotheken bleiben unter Druck.






