Apothekenreform: Streit um Festpreise, Digitalisierung und PTA-Rolle bleibt ungelöst
Matteo KrauseApothekenreform: Streit um Festpreise, Digitalisierung und PTA-Rolle bleibt ungelöst
Verhandlungen zu Apothekenregulierungen sollen nächste Woche fortgesetzt werden – zentrale Fragen bleiben ungeklärt
Nächste Woche werden die Gespräche zur Reform der Apothekenvorschriften wiederaufgenommen, doch zentrale Streitpunkte harren weiterhin einer Lösung. Simone Borchardt (CDU) betonte die Dringlichkeit, Festpreise, Rabattregelungen und den digitalen Zugang für Apotheker zu klären. Ziel der Verhandlungen ist es, den Ausbau des Medikamentenverkaufs durch Drogerieketten einzudämmen und gleichzeitig die Rolle der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) präziser zu definieren.
Borchardt machte deutlich, dass Apotheker durch die Null-Retaxationsregelung keinen finanziellen Risiken ausgesetzt werden dürften. Zudem warnte sie davor, Versandapotheken oder ausländischen Online-Anbietern größeren Marktzugang zu gewähren. Die Einführung eines pauschalen Gebührensystems bleibt ein zentraler, aber noch unverhandelter Diskussionspunkt – konkrete Vorschläge liegen bisher nicht auf dem Tisch.
Die Apothekerschaft signalisierte Bereitschaft, mehr Verantwortung zu übernehmen. Neben der Preispolitik stehen Rabatte und die Digitalisierung auf der Agenda, darunter die Forderung nach vollem Lese- und Schreibzugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA). Borchardt kündigte an, dass die Feinjustierung dieser Themen in den kommenden Parlamentssitzungen Priorität haben werde.
Ungeklärt ist zudem die künftige Position der PTA. Zwar sollen die Verhandlungen bald beginnen, doch konkrete Gesetzesänderungen stehen noch aus.
Die Ergebnisse der Gespräche werden maßgeblich beeinflussen, wie Medikamente in Deutschland vertrieben und verwaltet werden. Apotheker fordern klarere Regeln zu Preisen, digitalem Zugang und Wettbewerbsbedingungen. Die Beschlüsse der nächsten Woche könnten entscheiden, ob Drogerieketten beim Medikamentenverkauf strengere Auflagen erhalten.






