Audi Neckarsulm kämpft um 16.000 Jobs und die Brennstoffzellen-Zukunft
Matteo KrauseAudi Neckarsulm kämpft um 16.000 Jobs und die Brennstoffzellen-Zukunft
Audis Werk in Neckarsulm steht unter Druck: Eilmaßnahmen zum Erhalt von Arbeitsplätzen und Zukunftssicherung gefordert
Der Betriebsrat des Audi-Standorts Neckarsulm, der 16.000 Beschäftigte vertritt, drängt auf die Ansiedlung neuer Fahrzeugmodelle und stärkere Investitionen in die Brennstoffzellentechnologie. Die Gespräche zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern haben an Intensität gewonnen, da beide Seiten nach Lösungen für die langfristige Stabilität des Werks suchen.
Der Betriebsrat fordert unverzügliche Schritte zum Ausbau der Brennstoffzellen-Infrastruktur am Standort. Michael Christ, Mitglied des Betriebsrats, betonte die Notwendigkeit, die bestehende Führungsrolle Neckarsulms in diesem Bereich weiter auszubauen. Zudem plädierte er für eine frühere Einbindung in entscheidende Weichenstellungen, die Produktion und Beschäftigung betreffen.
Gleichzeitig begrüßte der Betriebsrat die Entscheidung Audis, die quattro GmbH – mittlerweile in Audi Sport umbenannt – weiterhin in Neckarsulm anzusiedeln. Dieser Schritt werde als positives Signal für die Bedeutung des Standorts innerhalb des Konzerns gewertet. Zudem trat Anfang Oktober eine neue Betriebsvereinbarung zum „Mobilen Arbeiten“ in Kraft, die den Mitarbeitenden mehr Flexibilität bietet.
Audi-Chef Rupert Stadler unterstrich die Bedeutung einer sorgfältigen Planung für die Modelloffensive der Marke in den Jahren 2017 und 2018. Er lud den Betriebsrat ein, sich einer „Audi Zukunft“ genannten Allianz anzuschließen, die das Know-how des Werks sichern soll. Stadler betonte zudem, wie wichtig es sei, die Kompetenzen der Belegschaft in Neckarsulm zu bewahren – bei gleichzeitiger Anpassung an die Branchenveränderungen.
Zu den zentralen Forderungen des Betriebsrats zählen die Aufnahme eines hochvolumigen Modells mit alternativem Antriebskonzept sowie eines SUV in die Fertigung. Diese Maßnahmen, so die Argumentation, würden helfen, Arbeitsplätze zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts in einem sich wandelnden Automobilmarkt zu stärken.
Nun wartet das Werk Neckarsulm auf die Reaktion der Audi-Führung auf die Vorschläge des Betriebsrats. Eine Entscheidung über neue Modelle und Investitionen in die Brennstoffzellentechnik könnte über die Zukunft von 16.000 Arbeitsplätzen entscheiden. Beide Seiten signalisieren zwar Gesprächsbereitschaft, doch konkrete Schritte stehen noch aus.






