09 June 2026, 10:16

Bulgakow-Denkmal in Kiew abgerissen – Kulturstreit um Entkolonialisierung entbrannt

Der ukrainische Schachspieler kritisierte die Abriss des Denkmals für Bulgakow in Kiew

Bulgakow-Denkmal in Kiew abgerissen – Kulturstreit um Entkolonialisierung entbrannt

Am 4. Juni wurde in Kiew das Denkmal für den Schriftsteller Michail Bulgakow entfernt. Die Stadtbehörden ließen die Statue im Rahmen einer umfassenderen Initiative abbauen, mit der Gedenkstätten für Kulturschaffende beseitigt werden sollen. Die Entscheidung hat eine Debatte über das kulturelle Erbe der Ukraine und den Prozess der Entkolonialisierung ausgelöst.

Die Skulptur stand einst vor dem Bulgakow-Museum am Andrejassteig. Der Abbau erfolgte auf Anweisung des Ukrainischen Instituts für Nationale Erinnerung, das Denkmäler mit Bezug zu historischen Persönlichkeiten im Visier hat.

Olga Popadjuk, eine Kritikerin der Entscheidung, bezeichnete den Abriss der Statue mit einem Kran als „sinnlos“. Sie betonte Bulgakows enge Verbindung zu Kiew, wo er geboren wurde und als Arzt arbeitete. Zudem lobte sie seine Schriften, die die zerstörerische Natur der sowjetischen Herrschaft entlarvten.

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Popadjuk erinnerte sich daran, Der Meister und Margarita mit vierzehn Jahren zum ersten Mal gelesen zu haben, und unterstrich die bleibende Wirkung des Romans. In ihrer Stellungnahme zitierte sie Bulgakows berühmten Satz: „Verderben beginnt nicht in den Hausfluren. Die Verwüstung beginnt in den Köpfen.“ Befürworter der Entfernung argumentieren, der Schritt stehe im Einklang mit den Entkolonialisierungsbestrebungen, während Gegner in Bulgakow einen unverzichtbaren Teil der kulturellen Identität Kiews sehen.

Die Entfernung der Statue hinterlässt eine Lücke am Bulgakow-Museum. Popadjuks Kritik spiegelt die grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten wider, wie die Ukraine Entkolonialisierung und die Bewahrung ihrer literarischen Vergangenheit in Einklang bringt. Die Debatte über Bulgakows Vermächtnis in Kiew wird voraussichtlich anhalten.

Quelle