Cleverly-Gründer Philipp Grassinger über Erfolg, Oldtimer und das einfache Leben
Leni RichterCleverly-Gründer Philipp Grassinger über Erfolg, Oldtimer und das einfache Leben
Philipp Grassinger, CEO und Mitgründer des Nachhilfe-Startups Cleverly, vereint Ehrgeiz mit bodständiger Gelassenheit. Der Unternehmer, der harte Arbeit und Bescheidenheit schätzt, sprach kürzlich über Erfolg, Reisen und die kleinen Freuden des Lebens – von seiner Leidenschaft für Oldtimer-Motorräder bis zu seinen Schwimmkünsten, die eher bescheiden ausfallen. Seine Haltung ist eine Mischung aus Antrieb und Reflexion.
Grassingers Herangehensweise an Arbeit und Leben prägt eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Als prägenden Einfluss nennt er die Biografie von Rafael Nadal, dessen Fähigkeit, Härten mit Demut zu ertragen, er bewundert. Für ihn gibt die Arbeit Sinn, ein Gefühl, gebraucht zu werden. Gleichzeitig räumt er ein, dass der Aufbau eines Startups Druck mit sich bringt – mal gestresst, aber letztlich dankbar für sein Unterstützernetzwerk.
Zum Abschalten kocht er gern oder treibt mit Freunden Sport. Sein Geschmack ist schlicht: kräftiger italienischer Kaffee, Nutella auf buttrigem Brot und das Campen im Zelt statt Luxushotels. Ein selbsternannter „schlechter Schwimmer“ – Freistil beherrscht er nicht –, hat er sich hingegen das Motorradfahren zu eigen gemacht, obwohl er es einst als unbequem abtat. Heute fährt er eine vintage Yamaha SR500, weit entfernt von seiner früheren Skepsis.
Reisen spielt in seinen Träumen eine zentrale Rolle. Wäre Geld keine Frage, würde er die Welt in einem Van umrunden, behielte aber gleichzeitig ein Penthouse mit Dachterrasse. Nachtzüge bevorzugt er gegenüber Flügen, und bei freier Wahl würde er sich 30 Urlaubstage im Jahr gönnen. In Berlin, seiner Wahlheimat, meidet er den touristisch überlaufenen Potsdamer Platz – „überschätzt“ –, schwärmt aber vom ruhigeren Charme des Arkonaplatzes. Erstbesuchern empfiehlt er das Otto in der Oderberger Straße.
Zu seinen Zielen gehören Italienischlernen und Programmieren, Fähigkeiten, die er als praktisch und bereichernd sieht. Wäre die Startup-Welt kein Thema, würde er über Tischlerei nachdenken – angezogen von der handfesten Befriedigung, mit den Händen zu arbeiten. Aktuell liest er Die Mitternachtsbibliothek von Matt Haig, einen Roman über Lebensmöglichkeiten und -bedauern.
Grassingers Optimismus ist ungebrochen. Für ihn ist das Glas immer halb voll, Aufgeben keine Option. Gleichzeitig glaubt er, dass außergewöhnliche Menschen ihren Status nicht ausnutzen sollten, um Regeln zu umgehen – auch wenn er hinterfragt, ob alle gesellschaftlichen Erwartungen es wert sind, getragen zu werden.
Für ihn bedeutet Erfolg nicht nur Leistung, sondern auch Ausgleich. Er stellt sich eine Zukunft vor, in der finanzielle Freiheit neue Interessen ermöglicht und seiner Familie Sicherheit gibt. Seine Mischung aus Pragmatismus und Idealismus zeigt ein Leben, das mit Bedacht gelebt wird – im Beruf, auf Reisen oder in den kleinen Ritualen, die täglich Freude schenken.






