23 March 2026, 18:20

Dänemarks Apothekenreform revolutioniert den Medikamentenverkauf seit 2001

Apothekengang mit verschiedenen Medikamenten in Regalen angeordnet, beleuchtet von Deckenlampen.

Dänemarks Apothekenreform revolutioniert den Medikamentenverkauf seit 2001

Dänemarks Apothekenbranche durchläuft seit 2001 tiefgreifende Veränderungen – mit einem rasanten Anstieg an rezeptfreien Verkaufsstellen und Medikamentenabholpunkten. Die Reformen führten zudem zu weniger Apothekenbesitzern und einer Umstellung bei der Abgabe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln im ganzen Land.

Im Jahr 2001 begann Dänemark, den Apothekenmarkt zu liberalisieren, statt die traditionellen Apotheken zu stärken. Seither stieg die Zahl der Filialen von 76 auf 301. Gleichzeitig sank die Anzahl der Apothekeninhaber um ein Fünftel – von 220 auf 176.

Die Expansion umfasste vor allem rezeptfreie Verkaufsstellen und Medikamentenabholstellen, die heute flächendeckend betrieben werden. Diese neuen Standorte dürfen zwar verschreibungspflichtige Medikamente abgeben, benötigen dafür aber nur pharmazeutisch-technische Assistenten vor Ort und keine voll ausgebildeten Apotheker. Der Wettbewerb verschärfte sich, insbesondere durch Einzelhandelsketten, die rezeptfreie Arzneimittel anbieten.

Apothekenleiter verwalten heute mehr Standorte als früher: 2015 betreute ein Filialleiter durchschnittlich 1,95 Standorte, heute sind es bereits 3,10. Trotz des Filialwachstums mussten viele traditionelle Apotheken verkleinert werden, um Platz für kleinere, flexiblere Abgabestellen zu schaffen.

Die Veränderungen wirken sich auch auf die Berufswahl aus: Nur noch 15 Prozent der Absolventen der Pharmazie streben eine Tätigkeit in öffentlichen Apotheken an. Zudem belastet die Apothekenbesitzer eine finanzielle Verpflichtung: Sie müssen in den nächsten 20 bis 30 Jahren 490 Millionen dänische Kronen (rund 66 Millionen Euro) als "Branchenabgabe" zurückzahlen.

Die Reformen haben die Apothekenlandschaft Dänemarks neu geformt – mit besserem Medikamentenzugang, aber weniger klassischen Apothekeninhabern. Da immer weniger Absolventen in öffentliche Apotheken gehen und der Wettbewerb durch den Einzelhandel zunimmt, passt sich der Sektor weiterhin an den liberalisierten Markt an.

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