Deutsche Autoindustrie: Jede siebte Stelle gestrichen – und es werden mehr
Theo SchmidtDeutsche Autoindustrie: Jede siebte Stelle gestrichen – und es werden mehr
Die deutsche Automobilindustrie durchlebt tiefgreifende Umbrüche. Tausende Beschäftigte stehen vor Stellenstreichungen, viele stellen ihre Zukunft in der Branche infrage.
Innerhalb der vergangenen sechs Jahre ist jede siebte Stelle in der deutschen Automobilindustrie weggefallen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) prognostiziert bis 2035 zusätzlich 225.000 Arbeitsplatzverluste – noch nicht eingerechnet sind dabei die geplanten Kürzungen bei Volkswagen.
Der Konzern will weltweit 100.000 Stellen abbauen, was etwa 15 Prozent der Belegschaft betrifft. Zudem könnte Volkswagen vier deutsche Standorte in Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm schließen. Die Lage lässt viele Mitarbeiter unsicher über ihre berufliche Zukunft zurück.
Simone Kauffeld, Leiterin des Lehrstuhls für Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie an der TU Braunschweig, untersucht die Auswirkungen dieser Veränderungen auf die Branche. Ihre Forschung zeigt die wachsende Verunsicherung unter Beschäftigten, die sich einem instabilen Arbeitsmarkt gegenübersehen.
Die Automobilbranche bleibt eine der am stärksten von Stellenabbau betroffenen Sektoren in Deutschland. Da die Entlassungen bei Volkswagen in den VDA-Prognosen noch nicht berücksichtigt sind, könnte die Gesamtzahl der verlorenen Arbeitsplätze weiter steigen. Die Beschäftigten der Branche suchen weiterhin nach Klarheit über ihre berufliche Perspektive.
