Dieselpreise explodieren: Logistikbranche fürchtet Zusammenbruch der Lieferketten
Theo SchmidtDieselpreise explodieren: Logistikbranche fürchtet Zusammenbruch der Lieferketten
Dieselpreise in Deutschland schnellen in die Höhe – Logistikbranche warnt vor Lieferketten-Kollaps
In den vergangenen sechs Monaten sind die Dieselpreise in Deutschland drastisch gestiegen und setzen die Logistikbranche massiv unter Druck. Zwischen Oktober 2025 und März 2026 kletterte der durchschnittliche Literpreis von 157,1 Cent auf rund 172 Cent – ein Anstieg um etwa 15 Cent. In einigen Phasen, etwa von Ende Februar bis Anfang März 2026, lag die Teuerung bei 14,2 Prozent und überstieg damit den EU-Durchschnitt deutlich.
Vier große Branchenverbände fordern nun die Bundesregierung auf, mit kurzfristigen Entlastungsmaßnahmen einzugreifen. Ohne Gegensteuer drohten die explodierenden Spritkosten, Lieferketten zu destabilisieren und die Preise für Unternehmen wie Verbraucher weiter in die Höhe zu treiben, warnen sie. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BPEX), der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) sowie der Bundesverband Contract Logistik (BWVL) haben in einem gemeinsamen Appell Soforthilfen angemahnt. Im Mittelpunkt steht die Forderung nach zeitlich befristeten Maßnahmen, um die finanzielle Belastung durch die Rekord-Dieselpreise abzufedern.
Speditionen, Kurierdienste, Möbeltransporteure und unternehmenseigene Logistikdienstleister ächzen gleichermaßen unter den steigenden Energiekosten. Die Verbände betonen, zwar keine dauerhaften Subventionen anzustreben – doch ein temporärer "Spritpreisbremse" sei unverzichtbar, um schwerwiegende volkswirtschaftliche Folgen abzuwenden. Kritisch merken sie an, der Staat dürfe nicht durch höhere Steuermehreinnahmen und CO₂-Bepreisung zusätzlich von der Krise profitieren.
Seit März 2026 gilt in Deutschland eine Preisobergrenze für Diesel von maximal 2,09 Euro pro Liter. Selbst mit dieser Deckelung liegen die Kosten jedoch deutlich über denen der Nachbarländer. Die Branche warnt: Ohne Entlastung drohe Logistikunternehmen – als Rückgrat stabiler Lieferketten – ein existenzbedrohender Kostendruck, der letztlich zu flächendeckenden Preiserhöhungen für Waren und Dienstleistungen führe.
Die Logistikwirtschaft pocht auf zielgenaue, befristete Hilfen, um den drastischen Dieselpreisanstieg abzumildern. Ohne solche Schritte seien weitreichende wirtschaftliche Folgen unvermeidbar, etwa steigende Verbraucherpreise und instabile Lieferketten. Eine Reaktion der Regierung auf den Hilferuf der Branche steht bisher aus.






