17 April 2026, 04:14

Dulger warnt: Deutschlands Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps

Eine Zeichnung eines mehrstöckigen Gebäudes mit zahlreichen Fenstern und einem Schornstein, identifiziert als eine Psychiatrie in Deutschland, begleitet von handgeschriebenem Text auf demselben Papier.

Dulger warnt: Deutschlands Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps

Deutschlands Gesundheitssystem steckt in einer sich verschärfenden Finanzkrise, warnt Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Er fordert dringende Reformen, um die öffentliche Haushaltsbelastung zu begrenzen und die steigenden Kosten für Beschäftigte und Unternehmen einzudämmen.

Dulger betonte, dass das deutsche Gesundheitssystem das teuerste Europas sei, ohne jedoch eine entsprechende Qualität zu bieten. Allein die Verwaltungskosten der Sozialversicherung belaufen sich jährlich auf über 26 Milliarden Euro. Zudem führt die monatliche staatliche Zahlung von 140 Euro pro Person an die Krankenkassen zu einem jährlichen Defizit von rund 10 Milliarden Euro.

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Als Lösungsansätze schlug er mehrere zentrale Änderungen vor. So regte er die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung für Ehepartner an, was dem System etwa 3 Milliarden Euro einsparen könnte. Zudem forderte er höhere Krankenkassenbeiträge von Bürgergeld-Empfängern und plädierte dafür, nicht versicherungsbezogene Leistungen künftig über Steuermittel statt aus Sozialabgaben zu finanzieren.

Ein weiteres zentrales Problem sind strukturelle Ineffizienzen. Dulger pochte auf einen Abbau überflüssiger Krankenhauskapazitäten und die Einführung finanzieller Anreize zur Steigerung der Effizienz. Darüber hinaus verlangte er einen sofortigen Stopp der Ausgabensteigerungen im Gesundheitswesen, um weitere Beitragserhöhungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu verhindern.

Die Gesundheitsfinanzierungskommission wird ihren Bericht am Montag der Bundesregierung vorlegen – dieser könnte die künftige Politik zu den Reformvorschlägen prägen.

Dulgers Warnungen unterstreichen den wachsenden finanziellen Druck auf das Gesundheitssystem. Ohne Gegenmaßnahmen drohen die Kosten weiter zu steigen und Beschäftigte, Unternehmen sowie den Staat zu belasten. Die anstehende Stellungnahme der Gesundheitsfinanzierungskommission wird voraussichtlich maßgeblich beeinflussen, wie die Politik auf diese Herausforderungen reagiert.

Quelle