31 May 2026, 00:12

"Ende Gelände" startet Protestwelle gegen fossile Infrastruktur im Ruhrgebiet

Größter Pipeline-Hersteller besetzt

"Ende Gelände" startet Protestwelle gegen fossile Infrastruktur im Ruhrgebiet

Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Gruppe Ende Gelände haben eine Welle von Protesten im Ruhrgebiet gestartet. Am Freitag beteiligten sich rund 1.500 Menschen an koordinierten Aktionen gegen die fossile Infrastruktur. Die Demonstrationen finden vor einer großen Kundgebung am Samstag statt – trotz eines polizeilichen Verbots für einen der zentralen Protestorte.

Die Proteste begannen bereits in den frühen Morgenstunden des Freitag, als Aktivist:innen Gleisanlagen des Werks Europipe in Mülheim an der Ruhr besetzten. Auf dem Gelände des größten europäischen Rohrherstellers kam es zu Betriebsstörungen, nachdem Demonstrant:innen die Abläufe blockierten. Eine weitere Gruppe zielte auf die Friedrich Wilhelms Hütte, ein Gießereiunternehmen in derselben Stadt, und unterbrach dort den Schichtwechsel.

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In Gelsenkirchen blockierten Protestierende das Kraftwerk Scholven, wo Pläne für eine neue Gasanlage auf Kritik stoßen. Einige Aktivist:innen installierten sogar Solarpaneele auf dem Kraftwerksgelände, um für erneuerbare Alternativen zu werben. Unterdessen zogen in Hamm Demonstrant:innen in Richtung Hauptbahnhof und trugen Transparente mit Parolen wie „Energiekonzerne enteignen!“.

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte zuvor ein polizeiliches Verbot für die Samstagsdemonstration am Kraftwerk Gersteinwerk bestätigt. Dennoch kündigten die Organisator:innen an, die Kundgebung wie geplant durchzuführen – möglicherweise mit einer Verlegung des Auftakttreffens in die Nähe von Hamm. Die Veranstaltung wird von mehreren Umweltgruppen unterstützt, darunter wird auch Greta Thunberg erwartet.

Für die Wochenenddemonstration werden tausende weitere Protestierende erwartet, was auf eine weitere Zuspitzung des Widerstands gegen den Ausbau fossiler Gase hindeutet.

Die Proteste haben bereits zu Betriebsstörungen an wichtigen Industriestandorten geführt. Angesichts der für Samstag geplanten Großkundgebung bleibt das Verhältnis zwischen Behörden und Organisator:innen angespannt – der Ausgang könnte prägend für künftige Klimaproteste in der Region sein.

Quelle