24 April 2026, 04:11

Energieversorger treiben Ladeinfrastruktur für E-Autos trotz Regulierung voran

Plakat mit Bäumen und Himmel im Hintergrund, mit dem Text "Investieren in Gemeinden: Größte Investition in ländliche Elektrizität seit dem New Deal".

Energieversorger treiben Ladeinfrastruktur für E-Autos trotz Regulierung voran

Deutsche Energieversorger bauen ihre Rolle beim Laden von Elektrofahrzeugen aus – trotz regulatorischer Hürden

In Tübingen und Zweibrücken sind neue Tochterunternehmen entstanden, um den Ausbau der Ladeinfrastruktur voranzutreiben. Dies geschieht zu einer Zeit, in der viele Verbraucher weiterhin Zweifel an Reichweite, Kosten und der Verfügbarkeit von Ladestationen haben.

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Im Januar 2025 beteiligte sich die Stadtwerke Zweibrücken an der Gründung der Ladestationen Südwest GmbH & Co. KG (LSG), eines Charge-Point-Operators (CPO), an dem das Unternehmen als Minderheitsgesellschafter beteiligt ist. Das neue Unternehmen betreibt mittlerweile über 300 Ladepunkte in der Pfalz. Sophie-Charlotte Knecht, geschäftsführende Gesellschafterin der LSG, verweist auf anhaltende Herausforderungen: Skepsis gegenüber der Batteriereichweite, hohe Anschaffungskosten und eine ungleichmäßige Abdeckung mit Ladestationen in vielen Regionen.

Die Stadtwerke Tübingen gehen einen anderen Weg und haben zwei neue Tochtergesellschaften gegründet: Ecowerk und Ecowerk e-charge, um in Zukunftsmärkte wie die E-Mobilitätsinfrastruktur einzusteigen. Ortwin Wiebecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen, erklärt, dass die Ausgliederung dieser Dienstleistungen in eigenständige Gesellschaften die technische Entwicklung innerhalb der Unternehmensgruppe beschleunige. Zudem betont er, dass Elektroautos in vielen Fällen bereits jetzt die Gesamtbetriebskosten im Vergleich zu Benzin- oder Dieselfahrzeugen erreichen oder sogar unterbieten.

Ecowerk e-charge plant den Aufbau eines dichten öffentlichen Ladenetzes im Tübinger Stadtzentrum, in den Konzessionsgebieten des Unternehmens sowie in umliegenden Gemeinden. Die Tochtergesellschaft wird zudem eigene Tarifmodelle für das Laden einführen, Unternehmenslösungen anbieten, Ladekonzepte für den Wohnungssektor entwickeln und Abrechnungsdienstleistungen für andere Betreiber bereitstellen. Dennoch bleibt es Energieversorgern in Deutschland durch das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) weiterhin verwehrt, öffentliche Ladestationen zu besitzen oder zu betreiben – mit Ausnahme des privaten Gebrauchs.

Die neuen Tochterunternehmen in Tübingen und Zweibrücken sollen Lücken im deutschen Ladenetz schließen. Ihr Engagement erfolgt in einem Umfeld strenger Regulierung und anhaltender Verbrauchervorbehalte. Im Fokus steht nach wie vor, die Elektromobilität durch eine flächendeckendere Infrastruktur und maßgeschneiderte Dienstleistungen alltagstauglicher zu machen.

Quelle